Staatsanwaltschaft: Schettinos Strafe ist «zu mild»
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StaatsanwaltschaftSchettinos Strafe ist «zu mild»

Der Kapitän der Costa Concordia, Francesco Schettino, muss nochmals vor Gericht. 16 Jahre Gefängnis seien zu wenig, findet die Staatsanwaltschaft.

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ij
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Francesco Schettino muss nochmals vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft hat Berufung gegen das Urteil eingelegt.

Francesco Schettino muss nochmals vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft hat Berufung gegen das Urteil eingelegt.

Keystone/Gregorio Borgia
Der Kapitän der Costa Concordia wurde zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt: Francesco Schettino am Gericht in Grosseto, Italien. (11. Februar 2015)

Der Kapitän der Costa Concordia wurde zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt: Francesco Schettino am Gericht in Grosseto, Italien. (11. Februar 2015)

AP Photo/Gregorio Borgia
Der indonesische Steuermann habe seine Befehle auf Englisch nicht verstanden, rechtfertigte sich Schettino: Der Costa-Concordia-Kapitän wartet im Theater in Grosseto auf den Beginn seines Gerichtstermins. (2. Dezember 2014)

Der indonesische Steuermann habe seine Befehle auf Englisch nicht verstanden, rechtfertigte sich Schettino: Der Costa-Concordia-Kapitän wartet im Theater in Grosseto auf den Beginn seines Gerichtstermins. (2. Dezember 2014)

AFP/Giuseppe Cacace

Die Staatsanwaltschaft hat Berufung gegen das Urteil für den Kapitän des Kreuzfahrtschiffes Costa Concordia eingelegt. Die im Februar festgelegte Strafe für Francesco Schettino sei «zu mild». Dieser war zu 16 Jahren Haft verurteilt worden, nachdem sein Schiff 2012 vor Italien auf Grund gelaufen war. 32 Menschen starben.

Beim erstinstanzlichen Prozess hatte die Staatsanwaltschaft der toskanischen Stadt Grosseto 26 Jahre Haft gefordert. Die über Schettino verhängte Strafe entspreche nicht den gravierenden Vorwürfen gegen den Kapitän, die aus der Urteilsbegründung hervorgehen, hatte die Oberstaatsanwältin von Grosseto, Maria Navarro, kürzlich gesagt.

Schettino trägt nach Meinung des Gerichts die Verantwortung für den Tod der 32 Menschen an Bord des Kreuzfahrtschiffes. Die Opfer hätte es nicht gegeben, wenn der Kapitän das Rettungsmanöver «mit Sachverstand und Sorgfalt» ausgeführt hätte, heisst es in der Begründung für das Urteil.

Schettino ist noch auf freiem Fuss

Weil er gegen seine Verurteilung Berufung eingelegt hat, ist Schettino noch auf freiem Fuss. Er war der einzige Angeklagte in dem im Juli 2013 begonnenen Prozess um die Havarie, bei der vor der toskanischen Insel Giglio 32 Personen ums Leben gekommen waren.

Bei dem Unglück vor rund dreieinhalb Jahren war die «Costa Concordia» vor der Insel Giglio auf eine Felsen gefahren und gekentert. An Bord befanden sich 4200 Passagiere, darunter auch auch 69 Schweizerinnen und Schweizer. Schettino habe sich selbst mit einem Rettungsboot in Sicherheit gebracht. (ij/sda)

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