Derby zum Zweiten: Schickt Brecher FCZ-Goalie Vanins in Rente?
Aktualisiert

Derby zum ZweitenSchickt Brecher FCZ-Goalie Vanins in Rente?

GC legte mit einem Derbysieg vor. Darum sagt FCZ-Coach Magnin vor dem Cup-Halbfinal: «GC muss Favorit sein.» Zudem lanciert er den Konkurrenzkampf im Tor.

von
E. Tedesco

FCZ-Trainer Ludovic Magnin kokettiert mit Understatement und schiebt GC nach dem Sieg im Derby für den Cup-Halbfinal die Favoritenrolle zu. (Video: 20 Minuten)

Der Fehlstart in seinem ersten Derby als Cheftrainer hat Ludovic Magnin nicht aufs Gemüt geschlagen. Einen Tag nach der 0:1-Niederlage gegen GC zeigt sich der Nachfolger von Uli Forte so locker wie man ihn aus seiner Aktivzeit kennt. Eben Magnin, wie er leibt und lebt.

So sagt er zur Favoritenrolle: «GC ist Favorit – sie müssen Favorit sein.» Zum aktuellen Dauerthema Kälte und einer Methode aus Dänemark, wo Spieler vor einem Match ein heisses Bad nehmen, meint er: «Ehrlich, ich will meine Spieler nicht vor einem Spiel im Whirlpool sehen.»

Lange Videoanalyse nach Niederlage

Magnin kommt vom Training und erzählt, dass auch die Aufarbeitung des Derbys auf dem Programm stand. Sie fiel nach der Niederlage für seine Begriffe lang aus. «Damit die Mannschaft spürt, was ich will», sagt Magnin. Er zeigt sich beeindruckt von seinen Spielern, die aufmerksam durchgehalten hätten: «Sie waren 40 Minuten brutal konzentriert.»

Theorie ist das eine, die Praxis das andere. Gegen GC war am Sonntag noch nicht viel Magnin im FCZ zu sehen. Die markanteste Veränderung betraf die Goalieposition.

Yanick Brecher erhielt den Vorzug vor Andris Vanins, der unter Forte unumstritten war. Brecher wird auch am Mittwoch im Cup-Halbfinal zwischen den Pfosten stehen. Wie gut Vanins sei, wisse man, «bei Brecher muss ich das noch herausfinden», sagt Magnin. Nach dem Cup will er entscheiden, wer seine Nummer 1 sein soll.

Neuer Trainer, Brechers Glück?

Nutzt der 24-jährige Brecher im Cup-Derby seine Chance – seine nächste? Im April 2015 holte ihn der FCZ aus Wil zurück, um den in Ungnade gefallenen David Costa zu ersetzen. Der damalige Trainer Sami Hyypiä konnte sich aber nicht zwischen Brecher und Anthony Favre festlegen und wechselte die Torhüter nach dem Lustprinzip.

Der Finne wurde entlassen, Brecher kam zurück und riss sich im Mai 2016 im Training das Kreuzband. Der FCZ holte für die Mission Wiederaufstieg den Letten Vanins aus Sion.

Neuer Trainer, neues Glück? Der FCZ hält grosse Stücke auf Brecher und hat deshalb im November dessen Vertrag bis 2021 verlängert. «Er ist nach dem Weggang von Roman Bürki und Yann Sommer das grösste Schweizer Goalie-Talent», sagte Ancillo Canepa 2015 gegenüber der NZZ. Trotzdem spielte Brecher nach seiner Genesung nicht. Aber bei der Entlassung Fortes betonte der FCZ-Boss wieder, wie wichtig dem FCZ der Einbau und die Entwicklung junger Spieler sei.

Magnin setzt ein Zeichen

Mit Brecher im Tor setzte Magnin ein Zeichen. Oder schickt Brecher Oldie Vanins ganz in Rente? Zwar hatte der junge Keeper gegen GC kaum Gelegenheit, sich als fixe Nummer 1 zu empfehlen, aber schon am Mittwoch wartet die nächste Chance. Die definitive Antwort gibt es dann in der Meisterschaft am Samstag auswärts in Basel.

«Das gibt einen richtigen Cupfight»

GC-Trainer Murat Yakin vor dem Cup-Halbfinal gegen den Stadtrivalen FC Zürich. (Video: 20 Minuten)

GC-Trainer Murat Yakin hat das Derby vor dem Derby gewonnen. Das sagt er vor dem Cup-Halbfinal gegen den FCZ. (Video: 20 Minuten)

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