Zürich: Schickt Bund Ex-Muslime in den Tod?
Aktualisiert

ZürichSchickt Bund Ex-Muslime in den Tod?

Eine kurdisch-syrische Familie wird seit dem Übertritt zum Christentum in ihrer Heimat mit dem Tod bedroht. Trotzdem soll sie ausgeschafft werden.

von
Zora Schaad

Nach drei negativen Asylentscheiden leiden Horiya (33), Faruq Hassu (30) und Töchterchen Tireej (18 Monate) Todesangst vor ihrer Ausschaffung. Weil sie in der Schweiz zum Christentum konvertiert sind, trachtet ihnen ihre Familie nach dem Leben. Schon in Syrien habe sich das Paar zum Christentum hingezogen gefühlt, so Faruq Hassu. Nach ihrer Flucht in die Schweiz, wo 2009 ihre Tochter Tireej zur Welt kam, sind sie konvertiert. Zurzeit besuchen sie regelmässig die Gottesdienste der Freien Evangelischen Gemeinde Langenthal.

Für ihre Familie sind die Hassus seither so gut wie tot. Faruqs Vater drohte am Telefon: «Ich bitte Allah darum, dass ihr zurückkommt, damit wir euch wie Hunde töten können.»

Dennoch soll die Familie raus aus der Schweiz: «Der Asylentscheid ist rechtskräftig», teilt das Bundesamt für Migration mit. Daniel Gerber, Sprecher der Organisation Open Doors, die sich weltweit für verfolgte Christen einsetzt, ist empört: «Uns sind weitere Fälle bekannt, in denen konvertierte Christen mit dem Tod bedroht wurden. Dies ist ernst zu nehmen.» Auch EVP-Präsident Heiner Studer kann den Entscheid nicht begreifen: «Ich kenne den Fall und verstehe nicht, dass Familie Hassu kein Aufenthaltsrecht erhält.»

In einem offenen Brief bitten die Hassus nun Bundesrätin Sommaruga, ihr Leben zu retten. Es ist ihre letzte Hoffnung. «Ich wäre bereit, für meinen Glauben zu sterben. Aber ich kann meine kleine Tochter nicht alleine zurücklassen. Alles, was ich wünsche, ist, in Sicherheit zu leben», sagt Horiya unter Tränen.

Gericht sieht keine Gefahr

Die Tonaufzeichnungen der Todesdrohungen von Faruqs Familie liegen dem Bundesverwaltungsgericht vor, ebenso die Aussage eines syrischen Anwalts, der den Haftbefehl gegen Horiya bestätigt. Diese Dokumente wurden nicht gewichtet: «Das Bundesamt für Migration geht grundsätzlich davon aus, dass Christen in Syrien nicht verfolgt werden – auch im Falle einer Konvertierung», sagt Sprecher Michael Glauser gegenüber dem «Langenthaler Tagblatt».

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