Schiedsrichter-Mangel: Klubs buhlen mit allen Mitteln
Aktualisiert

Schiedsrichter-Mangel: Klubs buhlen mit allen Mitteln

Fussballklubs
in der Zentralschweiz
finden immer weniger
Schiedsrichter. Bereits
werben sie die Schiris
bei anderen Vereinen ab.

Sie opfern ihre Freizeit und werden dafür regelmässig von fanatischen Zuschauern beschimpft oder von rüpelhaften Spielern attackiert: Vielen Zentralschweizer Fussballclubs laufen deshalb die Schiedsrichter davon. «Uns gehen langsam die Argumente aus, um die jungen Leute zu motivieren», sagt Mario Hug, Präsident des FC Stans. Dort ist der Mangel an Unparteiischen so gross, dass die Schiris bereits indirekt bei anderen Klubs abgeworben werden.

«Wir bieten ihnen eine zusätzliche finanzielle Entschädigung an und bezahlen ihnen Weiterbildungskurse», so Hug. Dies komme den Klub immer noch günstiger, als eine Busse zu bezahlen. Denn eine solche erhebt der Innerschweizerische Fussballverband (IFV), wenn die Klubs zu wenig eigene Schiedsrichter stellen. Auch der FC Alpnach wirbt Schiedsrichter bei anderen Klubs ab. «Dank dieses Vorgehens haben wir zum ersten Mal seit fünf Jahren genügend Schiris», sagt Präsident Markus Bittel. Dass Vereine mit allen Mitteln um Schiedsrichter buhlen, bestätigt Roger Giger vom IFV: «Sie spendieren Abendessen, Sportkleider und andere Dinge.»

Liliane Barth

Deine Meinung