Schiedsrichterskandal bei der Juve?
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Schiedsrichterskandal bei der Juve?

Zwei Runden vor Ende der Meisterschaft droht Italien ein Schiedsrichterskandal. Im Visier stehen in erster Linie Vertreter von Rekordmeister Juventus Turin.

Wegen des Verdachts der Absprachen ist auch der Schiedsrichter-Koordinator und Vizepräsident des UEFA-Schiedsrichterausschusses, Pierluigi Pairetto, arg unter Druck geraten. Pairetto werden Absprachen mit Juve-Sportdirektor Luciano Moggi vorgeworfen. Auch vier Referees sind in den Sog der Ermittlungen geraten. Nach Angaben der «Gazzetta dello Sport» vom Freitag handelt es sich um die bekannten Schiedsrichter Dondarini, Dattilo, Trefoloni und Bertini.

Die Ermittlung stützt sich offenbar auf einige vom Turiner Staatsanwalt Raffaele Guariniello abgehörte Telefongespräche. Nachforschungen wurden auch gegen den Vizepräsidenten des italienischen Fussball-Verbands, Innocenzo Mazzini, vorgenommen. Belastet wird auch der Geschäftsführer von Juventus Turin, Antonio Giraudo.

Die Zeitungen veröffentlichten am Freitag lange Auszüge aus Abhörprotokollen der Justiz, in denen Telefongespräche Moggis niedergeschrieben worden sind. Darin ist zu lesen, wie er Pairetto und einem anderen Funktionär des Verbands Anweisungen für die Zuteilung der Schiedsrichter gibt. Moggi soll sich demnach auch bei Champions-League-Spielen mit Pairetto über die Schiedsrichter abgesprochen haben. Unklar ist, ob die Referees Bestechungsgelder erhalten haben.

Für Juventus, das kurz vor der Eroberung seines 29. Meistertitels steht, ist der Schiedsrichterskandal ein schwerer Image-Schaden. Nach Angaben der «Gazzetta» plant Juves Hauptaktionär, die Unternehmerfamilie Agnelli, die Kündigung von Giraudo und Moggi. Nur Vizepräsident Roberto Bettega soll im Amt bleiben.

(si)

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