Golf von Aden: Schiesserei unter Piraten?
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Golf von AdenSchiesserei unter Piraten?

Bei einer Schiesserei unter den Piraten auf einem gekaperten ukrainischen Frachter sind nach US-Militärangaben vermutlich drei Menschen getötet worden.

Es habe einen Streit unter den Piraten gegeben, der dann eskaliert sei, sagte ein Militärsprecher. Die Piraten wiesen den Bericht aber umgehend zurück. US-Kriegsschiffe haben den Frachter, der unter anderem russische Panzer geladen hat, vor der Küste Somalias gestellt und hoffen, verhindern zu können, dass die Waffen an Land gebracht werden. Die Piraten fordern 20 Millionen Dollar Lösegeld für das Schiff.

Ein Sprecher der Piraten sagte über Satellitentelefon, es habe weder einen Streit, geschweige denn eine Schiesserei gegeben. An Bord sei das muslimische Fest des Fastenbrechens, Eid al Fitr, zum Ende des Ramadans gefeiert worden, sagte Sugule Ali am Dienstag der Nachrichtenagentur AP. Nichts habe sich an der Lage an Bord geändert. Es wird vermutet, dass mehrere Dutzend Piraten auf dem Frachter sind.

Andere Piraten haben unterdessen vor der somalischen Küste einen zweiten malaysischen Tanker freigegeben. Im Gegenzug sei Lösegeld gezahlt worden, teilte der Eigner am Dienstag in Kuala Lumpur mit. Alle 79 Besatzungsmitglieder seien in Sicherheit. Das Schiff kam demnach am Montag frei, zwei Tage zuvor hatten die Piraten bereits ein erstes Schiff aus Malaysia freigegeben. Malaysische Medien sprachen von insgesamt vier Millionen Dollar Lösegeld.

Vor Somalia sind in diesem Jahr bereits 62 Schiffe von Piraten angegriffen worden, zwölf davon sind mit rund 300 Seeleuten in ihrer Gewalt. Der Golf von Aden ist eine der meistbefahrenen Schifffahrtstrassen der Welt, jährlich benutzen rund 20 000 Schiffe die Passage. (dapd)

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