Aktualisiert 27.07.2020 10:09

«Es war innert Sekunden vollgelaufen»«Unglücklich verheddertes Seil» brachte Boot in Schleuse zum kentern

Bei der Schleuse Birsfelden ist am Sonntag ein Kleinboot gekentert. Die beiden Personen an Bord konnten sich gerade noch rechtzeitig in Sicherheit bringen.

von
Lukas Hausendorf

Zur aufwendigen Bergung des Boots mussten Polizeitaucher aufgeboten werden.

20 Minuten

Darum gehts

  • Am späten Sonntagnachmittag havarierte in der Schleuse Birsfelden ein Sportboot.
  • Beim Unglück wurde niemand verletzt, zur Bergung war aber ein Grossaufgebot nötig.
  • Ein unglücklich verheddertes Seil brachte das Boot zum kentern.

Auf dem Rhein in der Schleuse Birsfelden ist am Sonntagnachmittag ein Kleinboot gekentert. Die Baselbieter Polizei bestätigte entsprechende Augenzeugenberichte gegenüber 20 Minuten. Die Erstmeldung sei um 16.30 Uhr eingegangen. Das Boot habe aus noch nicht geklärten Gründen beim Fluten der Schleuse gekentert. Personen wurden beim Unglück keine verletzt. Taucher der Baselbieter Polizei sowie Einsatzkräfte der Feuerwehr wurden aufgeboten zur Bergung des Bootes.

Auf dem Boot waren ein 54-jähriger Mann und eine 49-jährige Frau, sie wurden nicht verletzt und konnten sich gerade noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. «Es ging fünf Sekunden, da war das Boot schon voll gelaufen», erzählt der Bootsführer. «Wir waren zu zweit, normalerweise sind wir zu viert oder zu fünft. Stellen sie sich vor, wie lange es dauert, bis da alle von Bord sind.»

Ein Augenzeuge sagt zu 20 Minuten: «Wir waren selbst mit dem Schleusenvorgang beschäftigt, als wir Schreie hörten. Alles passierte sehr schnell.»

Seil hatte sich «unglücklich verheddert»

Das Boot kenterte, nachdem sich das Seil zwischen dem Boot und der Schleusenwand «unglücklich verhedderte», wie Polizeisprecher Adrian Gaugler am Montag erklärte. Während des Auf- und Abschleusens müssen alle Boote ständig an der Schleusenwand befestigt werden. Dafür sind im Abstand von je etwas mehr als einem Meter Poller in der Wand eingelassen.

Dem Skipper gelang es in der Folge nicht mehr, das Seil rechtzeitig zu lösen, so dass das Boot durch das festgezurrte Seil nach Unten gezogen wurde. Rechtlich hat das Unglück für den 54-Jährigen keine Konsequenzen. Die Polizei sieht von einer Verzeigung ab.

Am Schluss gabs Applaus

Der Schleusenvorgang kann im Falle eines Unglücks jederzeit gestoppt werden. «Es ist wie beim Wasserhahn, es dauert einfach einen Moment bis er zu ist», erklärt der Direktor des Kraftwerks Birsfelden Sascha Jäger.
Das Unglücksboot, das im Aargau immatrikuliert ist, konnte am Sonntagabend mit dem Kran des Tankers, der ebenfalls in der Schleuse war, geborgen werden. Polizeitaucher mussten es allerdings zuvor sichern.

Als das Boot schliesslich geborgen war, applaudierten die zahlreichen Schaulustigen am Ufer und die beteiligten Einsatzkräfte.

1 / 6
Die Personen an Bord konnten sich gerade noch rechtzeitig retten.

Die Personen an Bord konnten sich gerade noch rechtzeitig retten.

20 Minuten
Das Bergungsteam macht sich an die Arbeit.

Das Bergungsteam macht sich an die Arbeit.

20 Minuten
Nur noch die Spitze des Buges ist zu sehen.

Nur noch die Spitze des Buges ist zu sehen.

20 Minuten

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.