Schiiten beraten über Ministerpräsidentenposten
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Schiiten beraten über Ministerpräsidentenposten

Nach der Wahl im Irak hat die siegreiche Allianz klerikaler Schiiten Beratungen über ihren Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten aufgenommen.

Ein Sprecher der Vereinigten Irakischen Allianz sagte am Dienstag, die Dawa-Partei habe Übergangsvizepräsident Ibrahim al Dschaafari als Regierungschef vorgeschlagen, der Oberste Rat für die Islamische Revolution im Irak (SCIRI) trete für den bisherigen Finanzminister Adel Abdul-Mahdi ein.

Die Unabhängige Wahlkommission erklärte, sie habe mindestens sechs Beschwerden gegen das Wahlergebnis erhalten. Die Parteien haben bis Mittwoch Zeit, Beschwerde gegen das Ergebnis einzulegen. Nach einer Prüfung der Einsprüche werden das Wahlergebnis und die Sitzverteilung dann amtlich verkündet. Nach Angaben der Wahlkommission hat bisher eine Partei eine Wiederholung der Stimmenauszählung gefordert.

Die Kurdische Allianz, die bei der Wahl auf Platz zwei kam, hat bereits Dschalal Talabani als ihren Wunschkandidaten für das Amt des Präsidenten benannt. Talabani ist sunnitischer Kurde und Vorsitzender der Patriotischen Union Kurdistans (PUC).

Ein vor zwei Monaten im Irak entführter türkischer Geschäftsmann wurde unterdessen von seinen Kidnappern freigelassen. Kahraman Sadikoglu traf nach Angaben des Innenministeriums am Montagabend auf einem britischen Stützpunkt im Südirak ein und wurde anschliessend nach Bagdad geflogen. Nach türkischen Zeitungsberichten zahlte seine Familie mehrere hunderttausend Dollar Lösegeld. Sadikoglu ist Präsident des Unternehmens Tuzla Shipyard mit Sitz in Istanbul. In einem von den Entführern verbreiteten Video erklärte er, er arbeite für die UN und die irakische Regierung an der Räumung gesunkener Schiffe in Häfen.

Der stellvertretende Gouverneur der irakischen Unruheprovinz Dijala entging am Dienstag knapp einem Attentat. Ein Selbstmordattentäter rammte seinen Autokonvoi in Chalis, 80 Kilometer nördlich von Bagdad, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Bei der Explosion des mit Sprengstoff beladenen Fahrzeugs kam der Täter ums Leben. Vizegouverneur Annan al Chadran blieb unverletzt.

In Bagdad lieferten sich US-Soldaten und bewaffnete Rebellen am Dienstag ein heftiges Feuergefecht. Die Schiesserei in der Haifa-Strasse dauerte 10 bis 15 Minuten. Danach wurde die Strasse von US-Truppen gesperrt, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Die Haifa-Strasse ist eine Hauptverkehrsstrasse im Zentrum von Bagdad und war wiederholt Schauplatz von Kämpfen mit Aufständischen. In der Nacht zum Dienstag nahmen US-Soldaten in Bagdad 13 mutmassliche Aufständische fest. (dapd)

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