Aktualisiert 19.05.2007 04:28

Schildbürgerstreich Schutzmaske?

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) sieht sich im Zusammenhang mit der Empfehlung zum Kauf von Hygienemasken weiter mit Kritik konfrontiert. Jetzt bezichtigt auch noch der Verband swiss safety das BAG der Falschinformation.

Der Branchenverband der Hersteller und Importeure von persönlichen Schutzausrüstungen, swiss safety, wirft dem das BAG «irreführende» und «falsche» Information vor.

Es treffe nicht zu, dass die vom Bundesamt empfohlenen Hygienemasken gemäss dem heutigen Wissensstand den bestmöglichen Schutz der Allgemeinbevölkerung im Pandemiefall böten. Vor allem für besonders exponierte Personen seien die Hygienemasken «gänzlich ungeeignet». Verwendet werden sollten stattdessen Masken mit der Schutzstufe FFP2 oder FFP3. Letztere haben sogar einen Filter für die ausgeatmete Luft.

BAG: «Stimmt nicht»

Das BAG widerspricht. Die empfohlenen Hygienemasken seien für die vorgesehene Verwendung am besten geeignet, sagte BAG-Sprecher Jean-Louis Zürcher auf Anfrage. Das BAG erachte die - teureren - Masken mit der Schutzstufe FFP2 oder FFP3 nicht als besser geeignet. Für besonders exponierte Personen sehe der Pandemieplan im übrigen andere zusätzliche Massnahmen vor.

Im Übrigen verweist das BAG darauf, dass stets von einem gewissen Schutz und einer Verminderung des Ansteckungsrisikos durch das Tragen der Maske die Rede gewesen sei. Eine Garantie biete die Hygienemaske nicht. Die Schutzwirkung war bereits in den vergangenen Tagen in Frage gestellt worden.

Unterschiedliche Angaben zur Haltbarkeit

Zu Reden gab auch die Haltbarkeit der Masken. Für das BAG kein Grund zur Sorge: «Dass die Masken ein Verfalldatum haben, heisst nicht, dass sie nach Ablauf des Datums nicht mehr wirksam wären», sagte Daniel Koch, Leiter Pandemievorsorge beim BAG (siehe: «Verfalldatum nicht beachten!»).

Zu den Produkten, die gemäss Aufschrift bereits in wenigen Jahren ablaufen, gehört die Marke 3M, die von der Migros vertrieben wird. «Es handelt sich bei den Angaben um eine Mindesthaltbarkeit und kein Verfalldatum», betonte Migros-Sprecherin Monika Weibel. «Die Masken sind mindestens bis 2010 haltbar».

Keine Einschränkung ist auf den Packungen der Schutzmasken zu finden, die von Coop vertrieben werden. «Unsere Masken sind langfristig haltbar, mindestens 10 Jahre», versicherte Coop- Sprecher Takashi Sugimoto.

«Für so einfache Masken würde ich das Verfalldatum nicht zu ernst nehmen», sagte Marcel Mesnil, Generalsekretär des Schweizerischen Apothekerverbandes. Es handle sich vor allem um eine Vorsichtsmassnahme der Hersteller.

Grosse Nachfrage

Der Verkauf bei den Grossverteilern Coop und Migros ist gut angelaufen. «In einigen Migros-Filialen sind die Masken bereits ausverkauft», sagte Weibel. Man habe 14 Mio. Masken auf Lager, Lieferengpässe seien nicht zu erwarten.

Auch bei Coop läuft der Verkauf über den Erwartungen. Seit Mitte Woche seien ca. 20 000 Packungen zu 50 Stück verkauft worden. Rund 25 Mio. Masken stünden in den Lagern bereit. (sda)

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