Schildkröte-Kidnapperin verurteilt
Aktualisiert

Schildkröte-Kidnapperin verurteilt

Das Oberlandesgericht Stuttgart hat eine 55-jährige Frau wegen Kidnappings einer griechischen Landschildkröte zu einer Geldstrafe von 450 Euro verurteilt.

Der Vorfall ereignete sich im Mai 2003 im schwäbischen Künzelsau und ging durch alle Instanzen. Die Schildkröte war dem Gericht zufolge aus dem Gehege ihrer rechtmässigen Besitzerin ausgebrochen und schon gut 400 Meter weit gekommen, als sie von zwei Buben entdeckt wurde.

Die Angeklagte, die das bemerkt hatte, behauptete gegenüber den Kindern, die Besitzerin zu kennen und schwatzte ihnen die Schildkröte ab, um sie selbst zu behalten. Nach einem Zeitungsaufruf der Polizei gab sie die Schildkröte Tage später gegen Erstattung angeblicher Futterkosten in Höhe von zehn Euro dann doch wieder zurück.

Die empfindliche Strafe begründet das OLG damit, dass kein Fall einfacher Fundunterschlagung vorliege, sondern die Beklagte den Kindern das Tier in betrügerischer Absicht «abgeschwindelt» habe.

(sda)

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