Neuenegg BE: Schildkröten-Dieb bricht Bub (3) das Herz
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Neuenegg BESchildkröten-Dieb bricht Bub (3) das Herz

Marianne Kislig (59) aus Neuenegg wurde eine ihrer Schildkröten gestohlen. Noch mehr als sie selber trifft das ihren Enkel. Dieser hat das Tier liebevoll gehegt und gepflegt.

von
sul
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Schildkröte Turbo ist vor einigen Tagen aus seinem Gehege verschwunden und wurde seither nicht mehr gesichtet.

Schildkröte Turbo ist vor einigen Tagen aus seinem Gehege verschwunden und wurde seither nicht mehr gesichtet.

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Das schmerzt besonders den dreijährigen Enkel von Besitzerin Marianne Kislig. Dieser hegte und pflegte liebevoll seinen gepanzerten Freund.

Das schmerzt besonders den dreijährigen Enkel von Besitzerin Marianne Kislig. Dieser hegte und pflegte liebevoll seinen gepanzerten Freund.

ZVG

Marianne Kislig ist wütend: Ein Unbekannter hat kürzlich eine ihrer insgesamt vier Schildkröten entwendet. Seit letzten Herbst hauste Turbo – so der Name des bereits 30-jährigen Kriechtiers – bei ihrer Tochter und deren dreijährigem Sohn, dem das Tier ganz besonders ans Herz gewachsen war. Turbo war von seinen drei Artgenossen geplagt worden und hatte sich eine Verletzung am Bein zugezogen, weshalb Kislig ihn zur Tochter in Pflege gab.

An dem Abend Mitte Juli habe der Bub Turbo noch mit Rüebli und Salat verköstigt, am nächsten Morgen sei sein gepanzerter Freund spurlos verschwunden gewesen. In einem Facebook-Post wendet sich Kislig direkt an den Dieb. «Du hast einen kleinen Jungen sehr traurig gemacht. Er versteht die Welt nicht mehr.»

Bub glaubt an Wiederkehr seines Freundes

Obschon Schildkröten als Ausbruchskünstler gelten, schliesst Kislig aus, dass Turbo aus freien Stücken das Weite gesucht hat. «Der kann den Deckel des Käfigs nicht allein öffnen», sagt sie. Zudem sei das Häuschen verschoben und der Deckel wieder zugemacht worden. Die 59-jährige Tierliebhaberin vermutet, dass ein Jugendlicher das Tier vom Balkon gekidnappt hat. Unweit gebe es eine Brätelstelle, wo sich oft junge Leute treffen würden. «Das war wohl einfach jugendlicher Leichtsinn», so Kislig.

Inzwischen hat sie das vermisste Reptil bei der Schweizerischen Tiermeldezentrale ausgeschrieben und bei verschiedenen Tierärzten gemeldet. Ihrem Enkel habe sie sogar schon eine neue Schildkröte angeboten, doch er habe abgelehnt. «Er glaubt fest daran, dass Turbo wieder auftaucht», sagt sie. Auf Facebook appelliert Kislig deshalb an den Räuber: «Wenn du Arsch in der Hose hast, bring dem Jungen seinen Patienten wieder zurück.»

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