Zoo Basel – Schimpanse adoptiert das Baby ihrer Schwester – nun ist sie Zweifachmami
Publiziert

Zoo BaselSchimpanse adoptiert das Baby ihrer Schwester – nun ist sie Zweifachmami

Kitoko bemuttert im Moment zwei Schimpansen-Kinder gleichzeitig. Hochträchtig adoptierte sie kurzerhand ein Neugeborenes, dessen Mutter sich aus gesundheitlichen Gründen nicht um das Äffchen kümmern konnte.

von
Jeanne Dutoit
1 / 5
Das ist Kitoko mit ihren beiden Jungen.

Das ist Kitoko mit ihren beiden Jungen.

Zoo Basel
Das Besondere daran: Die beiden Jungtiere sind keine Geschwister.

Das Besondere daran: Die beiden Jungtiere sind keine Geschwister.

Zoo Basel
Das kleine Weibchen Sangala wurde von Schimpansen-Weibchen Kitoko adoptiert, da die leibliche Mutter erkrankte.

Das kleine Weibchen Sangala wurde von Schimpansen-Weibchen Kitoko adoptiert, da die leibliche Mutter erkrankte.

Zoo Basel

Ende Juni brachte Schimpanse Fifi im Basler Zolli ein gesundes Weibchen zur Welt. Alles schien gut zu laufen, ausser dass Fifi das Junge ungewöhnlich früh an andere Gruppenmitglieder abgab. Fifi säugte ihr Neugeborenes aber immer noch regelmässig. Nach etwa zwei Wochen wurde Fifi schwach und begann, mit den Hinterbeinen zu lahmen. «Obwohl sich die Tierärzte intensiv um sie kümmerten, verbesserte sich ihr Zustand nicht», so der Zoo Basel. Die Tierärzte und Tierärztinnen fanden keine Ursache für die Symptome der Schimpansen-Mutter.

Tierpfleger und Tierpflegerinnen konnten beobachten, dass Kitoko, die Schwester der erkrankten Fifi, das Baby die meiste Zeit über bei sich trug und es auch zu säugen begann. Wenige Tage später gebar Kitoko selber ein kleines Männchen. Doch die erste Zeit nach der Geburt schien sie das Kleine zu ignorieren. «In der Folge drängten Vater Kume und andere Gruppenmitglieder darauf, dass Kitoko ihr Junges zu sich nahm», teilt der Zoo Basel mit. Seither kümmert sich die erfahrene Mutter Kitoko um beide Jungtiere. Das kleine Weibchen heisst Sangala und das männliche Junge wurde vom Zolli Sabaki getauft.

Adoption gibts auch in der freien Wildbahn

Laut dem Zolli kommt es bei Schimpansen auch in der Natur gelegentlich zu Adoptionen von Jungtieren. Dies liegt daran, dass die Jungtiere relativ lange, nämlich die ersten sechs Lebensjahre, auf ihre Mutter angewiesen sind. Wenn diese vorher stirbt, sinken die Überlebenschancen des Nachwuchses in der Wildbahn erheblich – doch wird ein verwaistes Junges durch ein anderes Gruppenmitglied adoptiert, bleiben die Überlebenschancen hoch.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass unter wildlebenden Schimpansen vor allem die Adoptionen durch Schwestern der verstorbenen Mutter erfolgreich sind.

«Dennoch ist Kitokos Adoption der neugeborenen Sangala wohl nur den Umständen im Zoo zu verdanken. In der Natur hätte sich die sterbende Mutter von der Gruppe entfernt und hätte ihr Junges mitgenommen», so der Zolli. Die vorhandenen Ressourcen und die Gruppendynamik im Zolli erlaubten es Kitoko, das Junge ihrer Schwester zu übernehmen.

Deine Meinung

3 Kommentare