Krasse Fehlentscheide: Schiri klaut Everton zwei Tore
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Krasse FehlentscheideSchiri klaut Everton zwei Tore

Nach dem 2:2 gegen Newcastle hadert Everton mit den Unparteiischen. Zunächst verweigerten sie den «Toffees» ein Tor wegen Abseits, dann übersahen sie, dass der Ball hinter der Linie war.

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Die zwei nicht gegebenen Tore von Everton. (Quelle: YouTube/<a href="http://youtu.be/29m3-18pQhY"_blank">TubeHD2012</a>)

Es war eine verrückte zweite Halbzeit im Goodison Park von Everton. In der hektischen Schlussphase legte Everton gegen Newcastle in der 88. Minute durch Viktor Anichebe zum 2:1 vor. Doch die «Toffees» verspielten den Sieg noch: Demba Ba überlistete aus kurzer Distanz den herausstürmenden Howard zum 2:2 in der 93. Minute.

Der Schuldige für den verpassten Sieg war schnell ausgemacht: Schiedsrichter Mike Jones. In der 59. und 79. Minute gab er zwei reguläre Everton-Treffer nicht. Zunächst anerkannte der englische Unparteiische den Treffer von Marouane Fellaini wegen eines angeblichen Abseits nicht, dann sahen weder er noch seine Assistenten, dass der Ball bei einem Anichebe-Kopfball deutlich hinter der Linie war.

Sogar Newcastle-Trainer Alan Pardew musste nach der Partie offen zugeben, dass beide Treffer regulär waren. «Der Ball war deutlich drin und ich kann mich nur wiederholen: Wir brauchen die Torlinientechnologie.» Doch die kommt frühestens auf die Saison 2013/14. Everton-Boss David Moyes wollte die beiden fatalen Fehlentscheidungen deshalb nicht gross kommentieren. «Ich habe dem Schiedsrichter-Trio gesagt, dass sie zwei Treffer verpasst haben. Aber was soll ich tun? Wir bekommen die Tore nicht zurück», lautete sein Kommentar.

Immer wieder Wembley-Tore

Mit strittigen Torentscheidungen haben die Engländer ohnehin genug Erfahrung. Im WM-Final 1966 gab der Schweizer Schiedsrichter Gottfried Dienst nach Rücksprache mit dem sowjetischen Linienrichter Tofik Bachramow das strittige 3:2 von Goeff Hurst gegen Deutschland. Der deutsche Torhüter Hans Tilkowski lenkte den Schuss des Engländers an die Lattenunterkante, von dort prallte der Ball auf die Torlinie. Lange war umstritten, ob das Tor tatsächlich hätte zählen dürfen. Mittlerweile wurde jedoch geklärt, dass der Ball die Linie nie überquert hatte.

Im WM-Achtelfinal 2010 in Südafrika folgte die deutsche «Rache» für das Wembley-Tor. Kurz vor der Pause erzielte Frank Lampard das 2:2 für England. Alle im Stadion und erst recht vor dem TV sahen, dass der Ball die Linie fast um einen Meter überquert hatte. Nur der Schiedsrichter nicht. Jorge Larrionda gab den Treffer nicht, England verlor schliesslich mit 4:1.

Bei der Euro 2012 hatten die Engländer das Glück wieder auf ihrer Seite. Im letzten Vorrundenspiel gegen die Ukraine erzielte Marko Devic in der 62. Minute den Ausgleich. Wieder war der Ball glasklar hinter der Linie. Doch weder Schieds-, Linien- noch der 2009 erstmals eingeführte Torrichter hatten es gesehen. Der Treffer von Devic zählte nicht und die Ukraine schied beim Heimturnier vorzeitig aus.

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