Zu Jung: Schiris bereiten dem Fussballverband Sorgen
Aktualisiert

Zu JungSchiris bereiten dem Fussballverband Sorgen

Um ihr Soll zu erfüllen, schicken viele Vereine ganz junge Teilnehmer in den Schiri-Kurs – diese geben auf dem Platz oft auf.

von
Anna Luethi

In der Region ist der Unparteiische immer wieder der Jüngste auf dem Platz: «Der Trend ist ganz klar, dass sehr junge Leute den Schiedsrichterkurs machen», sagt Kurt Widmer, Präsident der Schiedsrichterkommission des Fussballverbands Nordwestschweiz.

Mindestalter für die Teilnahme ist 15 Jahre. Von den 300 Schiris in der Region seien etwa 50 jünger als 20 Jahre. Ganz freiwillig machen die meisten ihren Job nicht: «Viele Vereine machen Druck auf die Jungen, um ihr Kontingent an Schiris zu erfüllen», so Widmer. Von den rund 100 Klubs in der Re­gion zahlen etwa 20 jedes Jahr ­eine Busse von 1000 Franken, weil sie zu wenige Referees stellen.

Auf dem Platz sind die Jung-Schiris oft Zielscheibe von Beleidigungen oder gar Gewalt. Widmer: «Je jünger sie aussehen, desto problematischer ist es mit der Akzeptanz.» Dabei pöbeln nicht nur die Fussballer, sondern immer wieder auch die wesentlich älteren Trainer und Zuschauer.

Von den pro Jahr 40 ausgebildeten Schiedsrichtern treten laut Widmer denn auch die Hälfte innerhalb eines Jahres wieder zurück – weil sie «keine Freude daran haben» oder überfordert sind.

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