Diskriminierung?: Schiris bestrafen betenden Footballer

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Diskriminierung?Schiris bestrafen betenden Footballer

Husain Abdullah, Spieler der Kansas City Chiefs, jubelt nach seinem Touchdown, indem er betet. Dafür wird der Muslim von den Refs bestraft. Der Fall sorgt in den USA für Entrüstung.

von
hua

Footballer sind dafür bekannt, ausgelassen zu feiern, wenn sie einen Touchdown erzielt haben oder ihnen eine erfolgreiche Aktion gelungen ist. Einige haben sich bei solchen Shows auch schon verletzt. Dann gibt es auch jene Footballer, denen ihre Religion wichtig ist. So jubelte der ehemalige Star-Quarterback Tim Tebow immer auf dieselbe Weise: Der bekennende Christ kniete nach erfolgreichen Touchdownpässen nieder, stützte den Kopf auf die Hand und dankte Gott.

Diese Geste war den Offiziellen der NFL, der nordamerikanischen Profiliga, nie ein Dorn im Auge. Nun droht der Liga aber ein nächster Problemfall. Noch einer, denn die NFL ist wegen des Themas der häuslichen Gewalt der Spieler gegenüber ihren Freundinnen und Frauen derzeit in aller Munde. Es wurde sogar gemunkelt, die ehemalige US-Aussenministerin Condoleezza Rice müsse die Liga übernehmen, damit Ruhe einkehre. Aktuell zu reden gibt aber die Causa Husain Abdullah.

Abdullah fängt den Ball von Brady ab

Der Safety der Kansas City Chiefs hatte im Spiel gegen New England einen Pass des Patriots-Quarterbacks Tom Brady abgefangen und war über 39 Yards in die Endzone gelaufen. Damit verbuchte er seinen zweiten Karriere-Touchdown und freute sich ungemein. Also kniete er nieder, presste seinen Kopf zu Boden und betete für einen kurzen Moment, wie es im Islam üblich ist. Diese Geste empfanden die Schiedsrichter als unsportlich und bestraften die Chiefs mit einem 15-Yard-Verlust beim folgenden Spielzug.

Zwar ist es den Unparteiischen erlaubt, unsportliche Gesten zu ahnden, aber in dieser Situation liessen die Refs zu wenig Fingerspitzengefühl walten. Die Entscheidung sorgte in den USA für Entrüstung. Auch Abdullahs Agent konnte seine Wut nicht verbergen. «Wenn die NFL Abdullah für seinen Touchdown-Jubel mit einer Geldbusse bestrafen will, gibt es Ärger», twitterte er (siehe unten). Die NFL täte gut daran, schnell zu handeln und von einer Busse abzusehen, sonst wird der Ruf der Liga noch schlechter.

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