Aktualisiert 08.04.2014 11:57

Zürich-NordSchizophrener Gymnasiast greift kleine Kinder an

Ein geistig gestörter Mittelschüler hat in Zürich-Nord mehrere kleine Kinder körperlich attackiert und verletzt. Nun muss der 19-Jährige in stationäre Psychotherapie.

von
Attila Szenogrady
An der Schwandenholzstrasse in Zürich kam es zu den Angriffen.

An der Schwandenholzstrasse in Zürich kam es zu den Angriffen.

Es ist der Albtraum aller Eltern: Ihre kleinen Kinder werden plötzlich auf offener Strasse von einem Unbekannten angegriffen und verletzt. Diese schreckliche Vorstellung wurde am 5. Februar 2013 an der Schwandenholzstrasse in Zürich-Nord Realität: Um 12.10 Uhr ging ein damals 18-Jähriger plötzlich auf eine sechsjährige Kindergärtlerin los.

Er stiess das kleine Mädchen zu Boden und schlug es mit seinem Ellbogen. Dann trat er auf das wehrlose Opfer ein. Danach suchte der Täter das Weite. Das verstörte und verletzte Kind wurde mit einer blutenden Riss-Quetschwunde am Kopf ins Kinderspital eingeliefert. Die Verletzung musste genäht werden.

Auch weitere Kinder Opfer

Die Staatsanwaltschaft listete auf, dass der gleiche Täter bereits wenige Wochen zuvor auf einem Kinderspielplatz an der Schwandenholzstrasse zugeschlagen hatte. Um 17.20 Uhr sprach er am 18. Januar einen siebenjährigen Knaben an und stiess den Buben mit einem Schlag gegen die Brust zu Boden. Was zu heftigen Schmerzen im Gesäss des Jungen führte. Dann attackierte der Jugendliche die achtjährige Schwester des Buben und trat ihr mit seinem Knie gegen den rechten Oberschenkel. Was zu einem Bluterguss an ihrem Bein führte.

Kurz darauf sprang der Täter mutwillig auf zwei auf einem Schlitten sitzende Kinder im Alter von fünf und sieben Jahren. Wobei das ältere Opfer eine Blutung an der Lippe erlitt und einen Zahn verlor.

Psychisch gestörter Gymnasiast

Die Polizei konnte den gewaltbereiten Kinderschreck am 27. Februar 2013 festnehmen. Es handelt sich um einen heute 19-jährigen Gymnasiasten, der seither eingesperrt ist und sich seit dem letzten September in einer stationären psychiatrischen Massnahme befindet.

Die Untersuchungen ergaben, dass der Gymnasiast aus Rümlang unter Wahnvorstellungen und schizophrenen Schüben leidet. «Ich hatte mich von den Kindern bedroht gefühlt», erklärte er am Montag vor dem Bezirksgericht Zürich. Heute gehe es ihm in der Psychotherapie gut. So erhalte er in einer Klinik im Kanton Basel regelmässig die richtigen Medikamente.

Nicht schuldfähig: Therapie statt Strafe

Rechtlich gesehen lag ein einfacher Fall vor. So waren sich Anklage und Verteidigung gestützt auf das psychiatrische Gutachten einig, dass der junge Schweizer zur Tatzeit nicht schuldfähig war. Auch das Gericht folgte den Anträgen und verzichtete auf eine Bestrafung des Beschuldigten. Stattdessen setzte es antragsgemäss eine stationäre Massnahme fest. Dabei soll der Beschuldigte seine Einsicht in seine Krankheit vertiefen und weiterhin die richtigen Medikamente einnehmen.

Der Gerichtsvorsitzende Alain Kessler sprach von einer schlimmen Sache, da der Gymnasiast ausgerechnet kleine Kinder angegriffen habe. Der Beschuldigte entschuldigte sich zuletzt bei seinen Opfern und führte aus, dass er seine Matura noch abschliessen wolle. Er zeigte sich auch bereit, der Kindergärtlerin einen Schadensersatz von 798 Franken sowie ein Schmerzensgeld von 1500 Franken zu bezahlen.

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