Thurgauer Hühner: «Schlachtung war einzige vernünftige Lösung»
Aktualisiert

Thurgauer Hühner«Schlachtung war einzige vernünftige Lösung»

Das Thurgauer Veterinäramt hat die rund 150 Hühner, die ein 23-Jähriger ausgesetzt hatte, am Mittwoch schlachten lassen. Tierschützer sind sauer.

«Heute morgen wurden die Hühner bei mir abgeholt», bestätigt Bauer W.H.*, bei dem die Tiere seit ihrem Auffinden untergebracht waren. «Es ging ihnen bis zuletzt gut, sie waren gesund und munter.»

Wie das Veterinäramt bestätigt, sind die Tiere nicht wie ursprünglich geplant entsorgt, sondern für die Fleischgewinnung in einen Schlachtbetrieb gebracht worden. «Damit sind sie ihrer ursprünglichen Bestimmung zugeführt worden», so der Bauer. Mit dieser Lösung könne er leben.

Tierschutz plant Initiative

Wie der Kanton mitteilte, will das Veterinäramt die Poulets ausgewählten gemeinnützigen Organisationen unentgeltlich zur Verfügung stellen. Die Schlachtung habe sich «als einzige vernünftige Lösung aufgedrängt», rechtfertigt sich der Kanton. Denn: Trotz reduziertem Nährwert im Futter hätten die Tiere stetig an Gewicht zugenommen, wodurch die Aktivitäten und Bewegungsabläufe zunehmend beschwerlich geworden seien. Die körperliche Unversehrtheit der Masthühner sei nicht mehr genügend gewährleistet gewesen, so der Kanton

Reinhold Zepf, Präsident des Tierschutzverbandes Thurgau (TTSV), zeigt sich enttäuscht vom Vorgehen der Behörden: «Wir hätten Plätze für die Hühner gehabt. Ich verstehe nicht, warum sie das Veterinäramt unbedingt töten wollte.» Er überlege sich, ob er eine Initiative lancieren wolle, die den Behörden ein solches Vorgehen künftig verbiete.

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