Albani-Fest: Schläger muss ins Gefängnis
Aktualisiert

Albani-FestSchläger muss ins Gefängnis

Ein Schläger aus Effretikon hat am Winterthurer Albani-Fest vor einem Jahr einem am Boden kauernden Schüler in den Kopf getreten. Dafür kassierte er ein Jahr Freiheitsentzug.

von
Attila Szenogrady

Der heute 23-jährige Angeklagte aus Effretikon war massiv angetrunken, als er sich nach dem Winterthurer Albani-Fest 2009 in den frühen Morgenstunden auf den Heimweg machen wollte. Allerdings kam es nicht mehr dazu. So stritt er sich in den frühen Morgenstunden am Bahnhof Winterthur lauthals mit seiner Freundin herum. So auffällig, dass sich verschiedene Personen einmischten. Unter ihnen auch ein damals 16-jähriger Schüler.

Wuchtiger Tritt in den Kopf

Der kräftige Angeklagte packte den erheblich jüngeren Gegner an den Kleidern und zog diesen an sich vorbei auf den Gehsteig. Als der Schüler auf allen Vieren auf dem Boden kauerte, trat ihn der Beschuldigte mit dem Fuss mit voller Wucht in das Gesicht.

Das Opfer erlitt nicht nur eine Hirnerschütterung, sondern auch eine Prellung des Gesichtsschädels und einen Nasenbeinbruch.

Der Täter wurde kurz darauf festgenommen und verbrachte danach drei Wochen lang in Untersuchungshaft. Dabei kam heraus, dass sich der junge Mann schon frühere andere Gewaltdelikte geleistet hatte. So unter anderem eine wüste Keilerei mit anderen Jugendlichen auf der Zürcher Bahnhofstrasse.

Immer Alkohol im Spiel

Am Donnerstag musste sich der heute arbeitslose Gärtner vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Wegen Raufhandels, Körperverletzung, Gewalt und Drohung gegen Beamte sowie Hehlerei drohte ihm eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 21 Monaten. Sechs Monate davon unbedingt. Der Staatsanwalt bezeichnete den Fusstritt als abscheuliche Tat und verwies darauf, dass bei allen Delikten des Schweizer Staatsangehörigen Alkohol im Spiel war.

Der wortkarge Angeklagte gab den Hauptvorwurf zu, vertrat aber die Auffassung, dass er sich nur gewehrt habe. Dass sich sein Gegner bereits am Boden befunden hatte, blendete er dabei aus.

Gefängnis statt Fronarbeit

Die Verteidigung verlangte Teilfreisprüche und verwies auf die unerfreuliche Kindheit seines Klienten. Bezüglich der eingestandenen Verletzung des Schülers forderte der Rechtsanwalt für seinen einschlägig vorbestraften Mandanten 720 Stunden gemeinnützige Arbeit. 360 Stunden davon unbedingt.

Allerdings ohne Erfolg. So hat das Gericht in seinem am Freitag eröffneten Urteil den Angeklagten wegen Raufhandels, Körperverletzung sowie Drohung zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von zwölf Monaten verurteilt. Sechs Monate davon soll der Schläger absitzen. Für die Dauer einer Probezeit von drei Jahren wurde dem Angeklagten vom Gericht zudem die Weisung erteilt, an einem deliktsorientierten Lernprogramm teilzunehmen.

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