Schläger von Hedingen: Weiteres Verfahren
Aktualisiert

Schläger von Hedingen: Weiteres Verfahren

Der 17-jährige Jugendliche, der in eine Schlägerei mit tödlichem Ausgang und später in eine Prügelei beim Zürcher Club X-tra involviert war, wird aus der Haft in ein Heim entlassen. Ausgestanden ist die Sache für den zunächst als «harmlos» eingeschätzten Serben nicht.

Der 17-jährige Jugendliche, der in der Nacht auf den 7. Oktober in eine Schlägerei im Zürcher Club X-tra verwickelt war und daraufhin festgenommen wurde, wird heute aus der U-Haft entlassen. Das bestätigte der zuständige Jugendanwalt Felix Bieri gegenüber 20minuten.ch. Zurück in den geregelten Alltag wird der Jugendliche damit allerdings nicht kehren können. Denn die polizeilichen Ermittlungen kamen zum Schluss, dass der 17-jährige Schweizer serbischer Abstammung erneut aktiv an der Schlägerei beteiligt gewesen ist. Dabei wurde ein 17-Jähriger massiv am Kopf verletzt. Bieri bestätigte: «Gegen den Jugendlichen wird ein Verfahren wegen Beteiligung an Körperverletzung eröffnet».

Zweites Verfahren am Hals

Damit hat der Jugendliche bereits das zweite Verfahren am Hals. Zum ersten Mal in den Fokus der Justizbehörden geriet er im Januar. Damals prügelte er einen 39-jährigen Mann beim Bahnhof Hedingen derart heftig, dass dieser stürzte und sich tödliche Verletzungen zuzog. In diesem Zusammenhang läuft gegen den jungen Mann ebenfalls ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung, Körperverletzung und Unterlassung der Nothilfe. Die beiden laufenden Verfahren werden nun zusammengefasst, wie Bieri bestätigte.

Der Trugschluss des Gutachters

Dass der Jugendliche erneut zugeschlagen hatte, erstaunte den Jugendanwalt, wie er nach Bekanntwerden des Vorfalls gegenüber 20minuten.ch erklärte. Grund waren intensive Abklärungen, die zur Person des Schlägers nach dem Vorfall in Hedingen getroffen wurden. Ein Gutachten kam damals zum Schluss: Eine Rückfallgefahr besteht nicht.

Dies erwies sich als Trugschluss, wie die polizeilichen Ermittlungen ergaben. Nun werden erneut Abklärungen zur Person unternommen. «Wir haben heute andere Voraussetzungen», erklärt Bieri die neuerlichen Untersuchungen, die sich gemäss Jugendanwalt in ähnlichem Rahmen bewegen dürften, wie nach dem Vorfall in Hedingen.

Jugendlicher kommt in Heim

Eine Änderung wird es für den jungen Schläger allerdings geben. «Gegen den Jugendlichen werden vorsorgliche Schutzmassnahmen getroffen», sagt Bieri. Konkret heisst das, dass der 17-Jährige in ein Heim eingewiesen wird. Bieri: «Grundsätzlich dauert die Schutzmassnahme so kurz wie möglich, aber so lange wie nötig.» Im Januar beliess man es bei ambulanten Abklärungen.

Zwei weitere Verfahren eröffnet

Ambulante Abklärungen werden auch zu den beiden anderen Jugendlichen getroffen, die im Zusammenhang mit der X-tra-Schlägerei verhaftet wurden. Auch gegen sie wurde ein Verfahren wegen Beteiligung an Körperverletzung eröffnet.

Marius Egger, 20minuten.ch

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