Tests zeigen: Schlaf macht Rassisten tolerant
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Tests zeigenSchlaf macht Rassisten tolerant

Vorurteile sind tief in den Köpfen verankert. Doch nun haben Forscher ein simples Mittel dagegen gefunden: Schlaf.

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hal/dpa
Im Schlaf kann man Vorurteile ablegen  und bald auch zum Nichtraucher werden? (Symbolbild: Flickr/audrey bordes)

Im Schlaf kann man Vorurteile ablegen und bald auch zum Nichtraucher werden? (Symbolbild: Flickr/audrey bordes)

Frauen können schlecht einparken und Ausländer sind faul? Solche Vorurteile haben immer noch viele Menschen. Doch nun haben Forscher gezeigt, dass sie im Schlaf abgebaut werden können.

Die Wissenschaftler um Xiaoqing Hu von der Northwestern University in US-Bundesstaat Illinois untersuchten für ihre Studie 40 weiße Frauen und Männer. Zunächst analysierten sie, wie sehr die Testpersonen zu gewissen sexistischen und rassistischen Stereotypen neigen. Dann erhielten die Propanden ein spezielles Training: Sie mussten ein Porträt eines Menschen einem Begriff zuordnen, der ihrem Vorurteil entgegengesetzt war.

Töne für Sexismus und Rassimus

Ein Frauengesicht musste etwa mit dem Begriff "Mathematik" verknüpft werden, ein Gesicht eines Dunkelhäutigen mit positiv belegten Wörtern wie "Sonnenschein". Bei jeder erfolgreichen Paarung von Bild und Begriff erklang ein bestimmter Ton – abhängig davon, ob es um Sexismus oder Rassismus ging.

Nach dem Training machten die Probanden einen 90-minütigen Mittagschlaf. In der Tiefschlafphase spielten ihnen die Forscher entweder den Rassismus- oder den Sexismus-Ton vor. Und das zeigte Wirkung, wie die Wissenschaftler im Fachjournal "Science" berichten.

Weniger Vorurteile auch noch Tage später

Als sie nach dem Schläfchen erneut die Stereotypen der Testpersonen abfragten, stellten sie eine deutliche Minderung bei der Kategorie von Vorurteilen fest, deren dazugehöriger Ton während des Schlafens erklungen war. Dieses Ergebnis war auch eine Woche nach dem Training noch messbar.

"Hu und seine Kollegen zeigen, welches bemerkenswerte Potenzial die gezielte Gedächtnis-Reaktivierung während des Schlafs hat, wenn es um die Veränderung tief verwurzelter Angewohnheiten geht", so Jan Born von der Universität Tübingen in einem Kommentar zur Studie.

Noch viele Mechanismen unklar

Der Schlafforscher weist jedoch auch darauf hin, dass es noch viele offene Fragen bezüglich der neurophysiologischen und psychologischen Mechanismen der Reaktivierung gebe. Zum Beispiel sei unklar, welche Rolle die Lernumgebung dabei spiele.

Solange die Mechanismen nicht vollständig geklärt seien, bestehe die Gefahr, dass zuvor verlernte Vorurteile wiedererlangt werden. Es sei sogar vorstellbar, dass der genau gegenteilige Effekt erzielt werde – also Vorurteile verstärkt und nicht gemindert werden.

Bald im Schlaf zum Nichtraucher?

"Der Schlaf ist ein Zustand, in dem ein Individuum ohne willentliches Bewusstsein und somit ungeschützt gegenüber Suggestionen ist", schreibt Born weiter. Deshalb sei es wichtig, bei weiterer Forschung auf diesem Gebiet auch ethische Überlegungen mit einzubeziehen.

Hu und seine Kollegen können sich vorstellen, dass die Methode der Reaktivierung im Schlaf in Zukunft noch weiterentwickelt wird. Und Menschen dabei helfen könnte, schlechte Angewohnheiten wie Rauchen, ungesunde Essgewohnheiten und selbstsüchtiges Verhalten zu ändern.

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