Schlag gegen Bodybuilder-Doping
Aktualisiert

Schlag gegen Bodybuilder-Doping

Mit Razzien auf drei Kontinenten ist der Polizei ein Schlag gegen den internationalen Handel mit Dopingmitteln für Bodybuilder gelungen.

Die Behörden gingen insbesondere gegen illegale Labors vor. Razzien gab es in Deutschland, Schweden, Polen, Spanien, Israel den USA, Kanada, Mexiko und Australien. «Die Initiative ging von den USA aus», sagte am Montag ein Sprecher des deutschen Bundeskriminalamts (BKA) in Wiesbaden.

Die US-Antidrogenbehörde DEA habe Erkenntnisse über den Ursprung der Doping-Rohstoffe aus China gehabt. Die DEA werde noch über die weltweit etwa 100 Ermittlungsverfahren unter dem Tarnnamen «Raw deal» (Grobes Geschäft) informieren.

Keine Bezüge zur Schweiz

Bis zum späten Montagnachmittag gab es keine Bezüge zur Schweiz, wie Guido Balmer vom Bundesamt für Polizei (fedpol) auf Anfrage sagte. Bern stehe in Verbindung mit den deutschen Behörden, erklärte der fedpol-Sprecher weiter.

In Deutschland wurden fünf illegale Labors zur Herstellung von Anabolika ausgehoben, wie das BKA mitteilte. Bei den Aktionen von BKA, Polizei und Zoll am vergangenen Donnerstag und Freitag sei in Minden im Bundesland Nordrhein-Westfalen ein Mann festgenommen worden. In Deutschland werde gegen 20 Beschuldigte ermittelt.

Vor allem Bodybuilderszene

Etwa 50 Liter Hormon-Rohstoffe sowie zehntausende Tabletten oder Kapseln der verbotenen Substanzen seien sichergestellt worden. In Essen seien 30 000 Euro Bargeld gefunden worden, die mutmasslich aus dem Erlös der Präparate stammten.

«Versorgt wurden hauptsächlich Konsumenten aus der Bodybuilderszene. Jedoch sind Bezüge zu anderen Sportarten nicht auszuschliessen», erklärte die deutsche Zollfahndung. Die Dopingmittel seien «mittels geschäftsmässiger Strukturen» über das Internet oder direkt verkauft worden.

Besorgniserregend sei, dass die Nutzer von Anabolika immer jünger würden. Die verbotenen Präparate könnten Leber, Herz, Herzkranzgefässe und Fortpflanzungsorgane schädigen. Aber der Anabolika-Missbrauch verursache auch psychische Störungen wie Schlaflosigkeit, gesteigerte Aggression und Depressionen, hiess es weiter.

(sda)

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