Aktualisiert 08.02.2010 11:33

ChinaSchlag gegen Computerhacker

Die chinesische Polizei hat eine Bande von angeblichen Internet-Kriminellen zerschlagen. Die Hacker rekrutierten im Internet Tausende Mitglieder und boten ihnen Techniken und Programme an, um Websites anzugreifen oder Schadprogramme in fremde Rechner einzuschleusen.

Drei Verdächtige wurden festgenommen, neun Server, fünf Computer und ein Auto beschlagnahmt. Und alle mit dem Fall in Zusammenhang gebrachte Websites wurden geschlossen, wie «China Daily» meldete. Zudem seien Guthaben über 1,7 Million Yuan (180 000 Euro) eingefroren worden. Wann die Polizeiaktion erfolgte, wurde nicht gesagt.

Dem Bericht zufolge ging die Polizei in der zentralchinesischen Provinz Hubei gegen die Gruppe vor, die sich Black Hawk Safety Net nannte. Es hatte den Angaben zufolge mehr als 12 000 zahlende Mitglieder und nahm dadurch bislang mehr als sieben Millionen Yuan (730 000 Euro) an Beiträgen ein. Weitere 170 000 Personen hatten sich für eine freie Mitgliedschaft angemeldet, wie die Zeitung berichtete.

Der Bericht über die Polizeiaktion kam, nachdem besonders im Ausland immer häufiger die Sorge geäussert wurde, dass China ein boomendes Zentrum für Internet-Verbrechen und Industriespionage sei. Für Aufsehen hatten dabei im vergangenen Monat Angriffe auf E-Mail-Konten des US-Internetkonzerns Google und mindestens 20 weiterer Firmen in China gesorgt, weshalb Google mit seinem Rückzug aus China gedroht hat. Die Behörden haben die Vorwürfe zurückgewiesen. Das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie erklärte, China sei selbst das grösste Opfer von Cyberkriminellen mit mehr als 42 000 angegriffenen Websites im vergangenen Jahr.

An den Ermittlungen gegen die Hackergruppe waren 50 Polizisten in drei weiteren Provinzen beteiligt, wie eine örtliche Zeitung berichtete. Der Fall könne bis ins Jahr 2007 zurückverfolgt werden, hiess es. Damals seien bei einem Hackerangriff Dutzende Websites für mehr als 60 Stunden lahmgelegt worden. (dapd)

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