Schlagzeilen nach den Schlägereien
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Schlagzeilen nach den Schlägereien

Wie bereits vor Monatsfrist in England macht der SVP-Wahlkampf jetzt auch in den USA gross Schlagzeilen. Die Berner Krawalle schafften es auf die Titelseite der New York Times.

Wie bereits vor einem Monat im britischen Independent, zieht die renommierte New York Times in ihrer heutigen Ausgabe den Artikel anhand der berüchtigten Schäfchen-Plakate auf. Letztmals schaffte es die Schweiz 1994 auf die Titelseite der renommierten Zeitung.

Die SVP wird als stärkste Partei der Schweiz auf dem extrem rechten Flügel des politischen Spektrums bezeichnet. Auch Pascal Couchepins Vergleich von Christoph Blocher mit dem italienischen Duce wird zitiert. Ebenso wird die Ausschaffungsinitiative der SVP kritisiert und erinnert die New York Times an die Praxis der Sippenhaft bei den Nazis. Micheline Calmy-Rey wird mit deutlichen Äusserungen zur SVP-Kampagne zitiert: «Die Plakate sind widerlich, inakzeptabel. Und ich bitte alle Schweizerinnen und Schweizer, die damit nicht einverstanden sind, den Mut zu zeigen und ihre Meinung zu sagen.» Die Kommunikationsverantwortlichen von Micheline Calmy-Rey haben auf Anfrage von 20minuten.ch bis zur Stunde weder bestätigt noch dementiert, dass sich die Bundespräsidentin entsprechend geäussert haben soll.

In ihrer Anlayse kommt die Times-Redaktorin Elaine Sciolino zum Schluss, dass die SVP-Agenda nicht nur einfach Verbrechensbekämpfung im Sinn habe. Unterschwellig sei die Botschaft der SVP, «dass der Einfluss der Fremden die Schweizer Gesellschaft verseucht hätte, das Sozialsystem belaste und die Identität des Landes bedrohe.» Sogar den Vergleich mit dem französischen Rechtsradikalen Jean-Marie Le Pen und seiner Front National brauche die SVP nicht zu scheuen.

Das Image der Schweiz als ein Platz von Wohlfahrt, Ruhe und Stabilität sei durch die SVP-Kampagne stark beschädigt - vor allem in wirtschaftlichen Kreisen.

Der Artikel schliesst mit einer Standortbestimmung des grünen Berner Stadtrat Daniele Jenni, Mitorganisator des «ganz Fest gegen Rassismus»: «Bislang waren die Leute zurückhaltend, die SVP zu attackieren, aus Angst sie dadurch zu stärken. Jetzt beginnen die Leute sich befreit zu fühlen. Sie akzeptieren die Rolle nicht länger, wie ein paralysierter Hase auf den Biss der Schlange zu warten.»

pat, kle, 20minuten.ch

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