Aktualisiert 12.02.2016 13:54

RegierungsratswahlenSchlammschlacht in St. Gallen, Flaute im Thurgau

In den Kantonen St. Gallen und Thurgau werden Ende Monat die Regierungen gewählt. Während im Thurgau keine Überraschungen erwartet werden, tobt im Nachbarkanton eine Schlammschlacht.

Mit solchen Inseraten weibelt das Komtee «Stoppt Huser» gegen die Wahl von Huser in den Regierungsrat.

Mit solchen Inseraten weibelt das Komtee «Stoppt Huser» gegen die Wahl von Huser in den Regierungsrat.

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In der siebenköpfigen St. Galler Regierung treten je ein Vertreter der CVP und der FDP nicht mehr an. Als Ersatz stellen sich vier Kandidaten von CVP, FDP und SVP sowie als Aussenseiter Andreas Graf von der Gruppierung Parteifrei zur Wahl. Somit streiten sich neuen Kandidaten um die sieben Sitze.

Die SVP möchte einen zweiten Sitz erobern und tritt mit SVP-Kantonalpräsident Herbert Huser an. Für ihn ist es bereits die zweite Kandidatur: 2010 unterlag er bei einer Ersatzwahl deutlich Benedikt Würth (CVP). Die Chancen stehen bei einer Gesamterneuerungswahl besser. Zudem tritt die CVP mit dem Gossauer Stadtrat und Arzt Bruno Damann mit einem im Kanton nur wenig bekannten Kandidaten an.

Kampagne gegen Huser

Eine Rolle könnte aber spielen, dass Exponenten aus dem Rheintal im «St. Galler Tagblatt» dem SVP-Kandidaten unter anderem geschäftliche Unsauberkeiten vorwarfen. In einem Interview wies der Architekt aus Altstätten die Vorwürfe zurück und ssprach von einer Kampagne politischer Gegner.

Der dritte Kandidat mit Wahlchancen, Marc Mächler, sitzt seit 2000 für die FDP im Kantonsrat und gehörte bei den diversen Sparrunden der letzten Jahre zu den Wortführern im Kantonsrat. Der Leiter einer regionalen Private-Banking-Abteilung einer Grossbank dürfte die Wahl schaffen und vom nationalen Rückenwind für die FDP profitieren.

Wird SP abgewählt?

Ihn könnte Bruno Damann in die Regierung begleiten – allenfalls auch erst nach einem zweiten Wahlgang. Je nach Mobilisierung ist allerdings auch ein zweiter Sitz für die SVP möglich und – als allerdings grosse Überraschung – sogar eine Abwahl eines der beiden SP-Mitglieder in der Regierung.

Die St. Galler Regierung setzt sich bisher aus je zwei Vertretern von CVP, FDP, SP sowie einem Mitglied der SVP zusammen. (sda)

An der Thurgauer «Zauberformel» wird nicht gerüttelt

Auch im Kanton Thurgau werden am 28. Februar Regierungsräte gewählt. Dabei hat Walter Schönholzer (FDP) hat beste Chancen, am 28. Februar als Nachfolger für Kaspar Schläpfer (FDP) zum neuen Regierungsrat des Kantons Thurgau gewählt zu werden.

Einziger Herausforderer des 50-jährigen FDP-Kantonsrates und Gemeindepräsidenten von Kradolf-Schönenberg ist Ueli Fisch von der Grünliberalen Partei. Ziel der Kandidatur sei, den Wählerinnen und Wählern eine Auswahl zu ermöglichen, teilte die GLP nach der Nomination des 53-jährigen Kantonsrates und Unternehmers aus Ottoberg mit.

Aktuell setzt sich die Thurgauer Regierung aus zwei Vertretern der SVP, sowie je einem Mitglied von CVP, FDP und SP zusammen. An dieser «Zauberformel» wird traditionell nicht gerüttelt. Das heisst, die Parteien unterstützen die vorgeschlagenen Kandidatinnen und Kandidaten gegenseitig.

Die vier Bisherigen, Jakob Stark (SVP), Monika Knill (SVP), Carmen Haag (CVP) und Cornelia Komposch (SP) treten wieder an. Die parteipolitischen Zusammensetzung der Thurgauer Regierung wird sich voraussichtlich auch nach der Gesamterneuerungswahl vom 28. Februar nicht verändern. Und auch die Frauenmehrheit dürfte bleiben.

(sda)

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