Aktualisiert 29.03.2016 19:55

Lasche Kontrollen

Schlamperei am Flughafen half dem Entführer

Nach der Entführung der Maschine der Egyptair wird erneut Kritik an den ägyptischen Flughäfen laut. Dabei schien sich der ägyptische Tourismus gerade zu erholen.

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Die Entführung der Maschine der Egyptair ging unblutig zu Ende. Auch war der Kidnapper offenbar kein Terrorist. Doch der Schaden für den ägyptischen Tourismus ist trotzdem angerichtet: Der Airbus war gegen sieben Uhr vom Flughafen Borg al-Arab in Alexandria zu einem kurzen Inlandflug gestartet; der Entführer konnte mindestens eine Bombengürtel-Attrappe an Bord schmuggeln.

Das wirft kein gutes Licht auf die Sicherheitsvorkehrungen an ägyptischen Flughäfen, wie Tagesanzeiger.ch/newsnet schreibt. Diese stehen spätestens seit 31. Oktober 2015 in der Kritik, als eine russische Maschine mit 224 Menschen über der Sinaihalbinsel explodierte. Nach Überzeugung der russischen Geheimdienste wurde damals eine Bombe am Flughafen von Sharm al-Sheikh an Bord geschmuggelt.

In der Folge anulierten mehrere Länder und Fluggesellschaften ihre Flüge bis in den Sommer hinein. Die Folgen für den Tourismus in Ägypten waren verheerend. Internationale Delegationen untersuchten die Sicherheitsvorkehrungen an den Flughäfen am Roten Meer und in Kairo – und entdeckten unglaubliche Mängel.

Schlamperei und schlecht ausgebildetes Personal

Der jetzt bei der Entführung betroffene Flughafen gehört nicht dazu – auf Inlandsflügen sind die Sicherheitsvorkehrungen aller Erfahrung nach weiterhin nicht auf europäischem Standard. Als entscheidender Schwachpunkt gelten schlecht ausgebildetes Personal und Schlamperei.

Zuletzt hiess es, dass sich die Beziehung zwischen Russland und Ägypten normalisiere und bald russische Touristen nach Ägypten zurückkehren würden. Nach der Entführung ist noch unklar, wie das Ausland reagiert. Das Vertrauen in die Sicherheit der ägyptischen Flughäfen wird der Vorfall allerdings keinesfalls verbessern.

Übernommen und bearbeitet von 20 Minuten

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