Schlange blockiert seit Tagen Regionalzug
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Schlange blockiert seit Tagen Regionalzug

Eine Schlange blockiert seit fast einer Woche einen Zug des Regionalverkehrs in Neuenburg. Die 80 bis 130 Zentimeter lange Natter entwischte einer Passagierin und verschwand in einer Zwischenwand. Bis das Tier gefunden ist, bleibt der Zug auf dem Abstellgleis.

Eine Schlange blockiert seit Samstag einen Zug des Regionalverkehrs Neuenburg (TRN). Die 80 bis 130 Zentimeter lange Natter entwischte einem Passagier und verschwand in einer Zwischenwand.

«Wir haben die Zugskomposition sofort aus dem Verkehr gezogen», sagte ein TRN-Sprecher am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Er bestätigte damit einen Bericht der Tageszeitung «L'Express». Nach dem Tier werde mit Hilfe von Experten des Vivariums von La Chaux-de-Fonds gesucht.

Diese hätten Fallen mit lebenden Ratten als Köder für die Schlange ausgelegt. Da es eine Schlange aber lange ohne Nahrung aushält, kann es noch eine Weile dauern, bis das ungiftige Reptil hervorgekrochen kommt.

Ein junger Mann habe die Schlange einer Freundin in einem Behälter transportiert und vor dem Aussteigen auf die Schulter genommen. Diesen Moment nutzte die Schlage um auszubüchsen und sich in der Zwischendecke zu verkriechen.

Stillstand geht ins Geld

Jeder Tag, an dem die Zugskomposition stillsteht, kostet die TRN mehrere hundert Franken. Für den Schaden soll die Haftpflichtversicherung der Besitzerin aufkommen. Zudem überlege man sich, eine Strafklage wegen Störung des öffentlichen Verkehrs einzureichen.

Auch wenn keine Gefahr für die Passagiere bestünde, komme es nicht in Frage, den Zug wieder einzusetzen, bevor die Schlange gefunden sei, sagte der Sprecher weiter.

Zwischenfall weckt Erinnerungen

Bereits im Juni hatten Schlangen auf der Flucht für Aufregung in der Region gesorgt. Ein psychisch verwirrter Schlangenbesitzer in Neuenstadt am Bielersee gab damals an, aus seiner Wohnung seien hochgiftige Kobras und Klapperschlangen entwichen.

Die Polizei fand in der Wohnung des Mannes, der seither in einer psychiatrischen Klinik betreut wird, vier Klapperschlangen und zwei amerikanische Kupferkopfschlangen sowie Häute von andern Klapperschlangen, Vipern und einer Kobra. Von den eventuell geflohenen Schlangen fehlt bislang jede Spur.

Die Behörden haben den Alarmzustand inzwischen aufgehoben. Sollten die Reptilien tatsächlich entwichen sein, hätten sie die nächtliche Kälte nicht überlebt. Das Spital in Biel verfügt über Serum, falls es dennoch zu einem Unfall kommen sollte. (sda)

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