Bankenpleite: Schlange stehen für Entschädigung
Aktualisiert

BankenpleiteSchlange stehen für Entschädigung

Schlangen fast wie am «Black Friday» haben sich vor den Filialen der staatlichen Bank in Lettland gebildet, aber nicht um sich ein Schnäppchen zu sichern, sondern das eigene Geld.

200 000 Kunden hoffen darauf wenigstens einen Teil ihres Geldes zu bekommen.

200 000 Kunden hoffen darauf wenigstens einen Teil ihres Geldes zu bekommen.

Lange Schlangen mussten Kunden der lettischen Pleitebank Krajbanka am Dienstag hinnehmen, um für ihr verlorenes Guthaben entschädigt zu werden. Die staatseigene Bank Citadele begann mit der Auszahlung des Geldes.

Bis zum Nachmittag entschädigte das Geldinstitut Ex-Krajbanka- Kunden nach Angaben der Finanzaufsicht FKTK mit insgesamt 20,5 Mio. Lat (36 Mio. Fr.). Insgesamt stehen den 200 000 Kunden der Pleitebank demnach 350 Mio. Lat zu. Pro Kunde ist die Entschädigung auf 70'000 Lat begrenzt.

Betrugsvorwurf

Krajbanka ist eine Tochter der litauischen Bank Snoras. Litauens Zentralbank hatte das Geldinstitut für pleite erklären müssen, ihm die Lizenz entzogen und es anschliessend verstaatlicht.

Den beiden Eigentümern, dem Russen Wladimir Antonow und seinem litauischen Partner Raimondas Baranauskas, wirft die Justiz massiven Betrug vor. Sie wurden in Grossbritannien verhaftet und anschliessend gegen Kaution wieder auf freien Fuss gesetzt. Litauen hat die Auslieferung der beiden mutmasslichen Betrüger beantragt.

(sda)

Deine Meinung