Aktualisiert 23.04.2014 15:01

Kadaver im KofferSchlangenfleisch am Zoll Basel entdeckt

Schweizer Grenzwächter haben erstmals einen Fall von «Bushmeat»-Schmuggel am Grenzübergang in der Nordwestschweiz aufgedeckt.

von
pjz
Rund 16 Kilogramm Fleisch einer Pythonschlange, eines Krokodils und von zwei Gürteltieren wurden am Grenzübergang beschlagnahmt.

Rund 16 Kilogramm Fleisch einer Pythonschlange, eines Krokodils und von zwei Gürteltieren wurden am Grenzübergang beschlagnahmt.

Ein Franzose versuchte beim Grenzübergang Basel-St-Louis rund sechzehn Kilogramm Fleisch eines Pythons, eines Krokodils und von zwei Gürteltieren in die Schweiz zu schmuggeln, wie die Grenzwachtregion Basel am Mittwoch mitteilte. Die Waren geschützter Tiere wurden letzte Woche beschlagnahmt und umgehend vernichtet.

Bei der Kontrolle stiessen die Grenzwächter im Kofferraum auf einen Reisekoffer. Darin lagen verschiedene Plastiksäcke, in denen sich ein Schlangenkopf, Teile eines Nilkrokodils und zwei Gürteltiere befanden. «Die festgestellten Exemplare sind alle geschützt», so Patrick Gantenbein, Sprecher Grenzwachtregion Basel.

Der 45-jährige Lenker sagte gegenüber den Grenzwächtern aus, er habe nicht gewusst, was sich im Koffer befand. Er habe den Auftrag erhalten, diesen zu Verwandten nach Zürich zu bringen. Abklärungen ergaben, dass die Tierkadaver aus Kamerun stammen und rund 50 Euro gekostet hatten.

Verhalten nachvollziehbar

Für Veit Arlt, Koordinator des Zentrums für Afrikastudien an der Uni Basel, ist das Verhalten des aus Kamerun stammenden Franzosen nachvollziehbar: «Man kann es als ein Grundbedürfnis betrachten, Nahrungsmittel aus dem Ursprungsland zu konsumieren und wenn nötig in das neue Wohnland zu importieren. Essen kann ein Gefühl von Heimatzugehörigkeit vermitteln», erklärt Arlt. Man könne diese Situation auch auf einen Schweizer übertragen, der etwa versuche, Gruyère nach Afrika mitzubringen, weil es diesen dort nicht gibt.

Bushmeat gehört laut Arlt zur alltäglichen Fleischversorgung und wird meist auf Märkten oder aber auch an Strassenrand-Ständen verkauft. «Problematisch wird es erst, wenn das Fleisch ungenügend verarbeitet wird, es in grossen Mengen nicht deklariert importiert wird oder es sich bei den Tieren um geschützte Arten handelt.»

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