Schlaue Eichhörnchen narren Futterdiebe
Aktualisiert

Schlaue Eichhörnchen narren Futterdiebe

Ausgefeiltes Täuschungsmanöver: Wenn Eichhörnchen sich beobachtet fühlen, legen sie leere Nussdepots an, um mögliche Futterdiebe in die Irre zu führen.

Es handle sich ihres Wissens nach um den ersten Beleg für gezielte Täuschungsmanöver bei Nagetieren, schreiben Michael Steele und Kollegen, Forscher der Wilkes-Universität in Philadelphia, im Fachblatt «Animal Behaviour».

Wenn Eichhörnchen einen Leckerbissen übrig haben, vergraben sie ihn für schlechtere Zeiten, jeden in einem eigenen Loch. Nahezu jedes fünfte Loch ist jedoch leer, wie das Team um Steele festgestellt hat.

Die Wissenschaftler beobachteten die in Amerika verbreiteten Grauhörnchen (Sciurus carolinensis) dabei, wie sie Löcher gruben und anschliessend nur so taten, als würden sie etwas hineinschieben. Die leeren Depots bedeckten die Nager sogar mit Erde und Blättern.

Dieses Verhalten war bei Anwesenheit von Artgenossen häufiger. Nachdem Steele eine Gruppe Studierender losgeschickt hatte, um die Futterdepots der Grauhörnchen zu plündern, nahmen die Täuschungsmanöver der wildlebenden Nagetiere auch in Gegenwart menschlicher Beobachter zu, schreibt der «New Scientist».

Ob die Nager allerdings tatsächlich die diebischen Absichten eines Menschen erkennen könnten, sei unklar.

(sda)

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