Berufsmeisterschaften: «Schlecht im Fussball, aber arbeiten könnt ihr»
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Berufsmeisterschaften«Schlecht im Fussball, aber arbeiten könnt ihr»

Ostschweizer haben an den Schweizer Meisterschaften der Gastroberufe abgeräumt. 20 Minuten sprach mit zwei Talenten.

von
jeb

Giuseppe Ficarra vom St. Galler Restaurant Netts zeigt, wie man Wein dekantiert und spricht über die Herausforderungen der Teilnahme an den Swiss Skills.

«Ich bin begeistert von der Leistung der Jugendlichen an den Berufs-Schweizermeisterschaften der Gastroberufe», erzählt Leser-Reporterin Silvia Heuberger-Hengartner aus St. Gallen. Die Vielfältigkeit der Berufe und das handwerkliche Geschick der jungen Berufsleute habe sie beeindruckt.

Besonders aufgefallen ist ihr Giuseppe Ficarra, der im Final der Restaurationsfachleute stand. Der Angestellte des Restaurant Netts in St. Gallen schloss den Wettbewerb auf dem dritten Schlussrang ab.

Wie unterscheidet man Grappa von Marc?

Dafür habe er rund 70 Stunden in seiner Freizeit geübt (siehe Video). So musste er zum Beispiel für das Viertelfinal ein Kaffeegetränk mit Alkohol zubereiten. Ficarra erfand dafür eine Art Irish Coffee mit Orangenlikör. Im Halbfinal musste er Ananas und Poulet möglichst wirtschaftlich filetieren, also so auseinanderschneiden, dass möglichst wenig Abfall entsteht und sich trotzdem appetitliche Häppchen für den Gast ergeben. Zudem musste er zehn Spirituosen blind erkennen.

Doch wie unterscheiden sich die Traubenbrände Grappa und Marc? «Der Marc riecht ledriger, der Grappe juckt ein wenig in der Nase», erklärt Ficarra. Im Final musste er unter anderem vor dem Gast ein Tatar zubereiten, anrichten und servieren.

Gold für St. Galler Berufsschulklasse

Auch seine Arbeitskollegin machte an der Schweizerischen Fachmesse für Gastgewerbe und Hotellerie (ZAGG) an einem Wettbewerb mit. Mit ihrer Berufsschulklasse gewann Angela Holder (17) aus St. Gallen Gold beim sogenannten «Battle of Zagg», bei welchem ganze Berufsschulklassen gegeneinander antreten. Zusammen mit zehn weiteren Klassengspänli musste sie einen Mittagsservice für 80 Personen durchführen.

Giuseppe Ficarra wäre auch gern Erster geworden. «Dann hätte ich die Schweiz an den World Skills in Abu Dhabi vertreten können.» Doch im Final gelangen ihm die Crêpes Suzette nicht perfekt und der eine oder andere Handgriff war nicht ganz regelkonform. Der Sieg ging dennoch in die Ostschweiz: Tatjana Caviezel aus dem Uetliburg SG holte den ersten Platz bei den Swiss Skills. Auch bei den Köchen gewann eine Ostschweizerin: Evelyne Tanner aus dem Kanton Thurgau.

«Der Moderator sagte noch frech 'Im Fussball seid ihr Ostschweizer so schlecht, aber arbeiten könnt ihr.' Das fand ich total daneben», entrüstet sich Leser-Reporterin Heuberger-Hengartner.

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