Wirtschaftsausblick: Schlechte Aussichten für deutsche Wirtschaft
Aktualisiert

WirtschaftsausblickSchlechte Aussichten für deutsche Wirtschaft

Die deutsche Ökonomie soll 2015 weniger wachsen als erwartet. Die schlechte Entwicklung in Europa drückt laut Wirtschaftsminister Gabriel die Prognose fürs nächste Jahr.

Weniger Optimismus in Deutschland: Bundeskanzlerin Angela Merkel und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel erwarten eine schwächere Konjunktur.

Weniger Optimismus in Deutschland: Bundeskanzlerin Angela Merkel und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel erwarten eine schwächere Konjunktur.

Das Wirtschaftswachstum in Deutschland dürfte dieses Jahr schwächer ausfallen als zunächst erwartet. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte am Sonntag, Deutschland werde unter den Prognosen bleiben. Das Wachstum sei jedoch vergleichsweise robust.

Er gehe davon aus, «dass die schlechte Entwicklung der Weltkonjunktur, insbesondere die sehr schlechte Entwicklung in Europa, dazu führt, dass wir deutlich unter den Prognosen bleiben», sagte Gabriel der ZDF-Sendung «Berlin direkt» am Sonntag. Gabriel wird am Dienstag die neue Wachstumsprognose der Regierung vorstellen.

Weniger Optimismus

Vor wenigen Tagen erst hatten die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrem Herbstgutachten ihre Konjunkturprognose nach unten korrigiert. Für dieses Jahr erwarten sie ein Wachstum von 1,3 Prozent. Im April hatten sie noch mit 1,9 Prozent gerechnet. Ihre Prognose für 2015 senkten die Wirtschaftsweisen von 2,0 auf 1,2 Prozent ab.

Gabriel sagte im Fernsehinterview, die deutsche Regierung sei Anfang des Jahres bereits weniger optimistisch gewesen als die Wirtschaftsweisen. «Offensichtlich ist es nicht die Regierung alleine, die die Ukraine-Krise nicht vorhersehen konnte, die nicht vorhergesehen hat, dass wir im Nordirak einen die ganze Welt erschütternden Krieg haben, und dass wir in Europa eine Entwicklung haben, die viel schlechter ist als prognostiziert», fügte der Minister hinzu.

Zugleich betonte Gabriel, das Wachstum in Deutschland sei vergleichsweise robust. Auch die Zahl der neuen Stellen nehme um mehr als 300'000 im Jahr zu, die meisten davon seien sozialversicherungspflichtig.

«Von daher ist Deutschland in einer schwierigen Weltkonjunkturlage, in einem schwierigen Umfeld immer noch gut aufgestellt», sagte Gabriel. Deutschland sei nach wie vor Konjunkturlokomotive. (sda)

Deine Meinung