Schlechte Integration als sozialer Zündstoff
Aktualisiert

Schlechte Integration als sozialer Zündstoff

Laut einer neuen Studie sind die Bewohner des Luzerner Multikulti-Quartiers zwischen Basel- und Bernstrasse schlecht integriert. Das birgt laut Experten Zündstoff.

«Einmal mehr ist unser Quartier in den Negativschlagzeilen», bedauert Guerino Riva, Präsident des Vereins BaBeL. Grund: Laut einer noch nicht veröffentlichten Studie des Bundes hapert es zwischen der Bern- und der Baselstrasse mit der Integration der Bewohner.

Als Ursachen werden der hohe Ausländeranteil, die vielen Arbeitslosen und das tiefe Bildungsniveau im Quartier angeführt. Diese Situation könnte für das Quartier und die ganze Stadt gefährlich werden. Denn laut der «SonntagsZeitung» sehen Fachleute einen direkten Zusammenhang zwischen ungenügender Integration und Gewalt.

Der Verein BaBeL will dem mit Projekten entgegenwirken. Doch um die Integration zu verbessern, braucht es laut Riva eine bessere Durchmischung der Bevölkerung, was wiederum eine Renovation der Häuser voraussetze. Doch die Investoren dafür zu finden sei schwierig. Riva: «Es ist ein Teufelskreis, aber wir geben nicht auf.»

Renata Schmid

Auch Littau hat Probleme

In der neuen Studie schnitten auch Emmen und Littau schlecht ab. «Vor allem alte Wohnblocksiedlungen am Stadtrand sind schlecht durchmischt», bestätigte Littaus Gemeindepräsident Josef Wicki gegenüber der «SonntagsZeitung». Am schlechtesten schloss in der Studie der Lausanner Vorort Renens ab, gefolgt von Luzerns BaBeL-Quartier. Erfasst wurden Quartiere von Städten und Gemeinden mit über 5000 Einwohnern.

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