FC Basel: Schlechte Nachrichten für die Konkurrenz

Aktualisiert

FC BaselSchlechte Nachrichten für die Konkurrenz

Die Konkurrenz macht sich nach dem Umbruch Hoffnung auf ein Serienende beim FC Basel. Zum Frohlocken gibt es dennoch kaum Anlass.

von
E. Tedesco
Basel

FCB-Sportchef Marco Streller definiert die Ziele des Titelverteidigers und hat schlechte Nachrichten für die Konkurrenz. (Video: 20 Minuten)

Es ist der grösste Umbruch beim FC Basel seit Jahren. Grösser als die Abgänge der Meistertrainer Fink, Vogel, Yakin, Sousa, Fischer. Vielleicht sogar grösser als die Entlassung von Christian Gross 2009.

Die Situation könnte Erinnerungen an die Saison 2010 wecken, als der FCB und YB ein Jahr lang im Meisterrennen Gegner auf Augenhöhe waren. Der Zweikampf endete in einer Finalissima, die Rotblau schlussendlich für sich entschied und seither zu einem einzigartigen und historischen Meister-Sololauf ansetzte, der vorerst am 3. Juni im achten Titel in Folge und dem zweiten Stern über dem Logo gipfelte.

Es gibt keine Garantie dafür, dass es so weitergeht. Veränderte Strukturen müssen erst greifen, die neue sportliche Leitung um Sportchef Marco Streller muss sich in der neuen Aufgabe zuerst zurechtfinden. Ausserdem machte der FCB mit Raphael Wicky zum ersten Mal in seiner 124-jährigen Clubgeschichte einen Nachwuchstrainer zum Cheftrainer der ersten Mannschaft – auch er muss zuerst Anlauf nehmen.

Faktoren, die bei der Konkurrenz die Hoffnungen nährt, den FCB nach jahrelanger Dominanz vom Thron zu stossen? Ganz nach dem Motto: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Selbstbewusst, mediengestählt, lernfähig

Zum Frohlocken gibt es dennoch wenig Anlass. Trotz Umbruch – der FCB bleibt der FCB, der Einbruch bleibt aus. Die Qualität der Mannschaft hat sich – auch dank laufender Verträge – kaum verändert. Raphael Wicky hat immer noch 12 A-Nationalspieler und 7 Junioren-Nationalspieler in seinem Kader und neben den Jungen weitere Profis wie Manuel Akanji, Blas Riveros und Mohamed Elyounoussi, die noch sehr viel Entwicklungspotenzial haben. Eigentlich hat das ganze Team noch Luft nach oben. Und dieses auf die nächste Stufe zu hieven und die Talente weiter zu veredeln – ein Typ wie Wicky scheint geradezu prädestiniert dafür. Er ist unerschrocken, selbstbewusst, mediengestählt und kommunikativ.

«Er ist ein frischer, hungriger und feuriger Trainer», sagt Streller über Wicky, und er sei taktisch sehr flexibel. Wie variabel er tatsächlich agiert, liess der 40-jährige Walliser bereits in den Testspielen durchblicken. Wicky lässt unterschiedliche Systeme trainieren und spielen, er setzt auf die Flexibilität seiner Spieler und auf Profis, die den Kopf und die Füsse am liebsten gleichzeitig einsetzen. Er überrascht mit taktischen Raffinessen und kommuniziert klar. Es wird spannend zu beobachten sein, in welchem Tempo er den FCB nochmals einen Schritt weiterentwickeln wird.

Wicky selber stellt sich die Frage gar nicht, ob der FCB Meister wird. Der 75-fache Internationale sagte im Trainingslager im Wallis mit dem Selbstbewusstsein der neuen Trainergeneration à la Nagelsmann, Yakin & Co.: «Ja, wir werden Meister!» Und weder Wicky noch Streller wollen die Ersten sein, die das Ende dieser fantastischen Meisterserie zu verantworten haben. Schlechte Aussichten also für die Konkurrenz zwischen Bern, Sion und Zürich.

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