Schlechte Noten für die Berner Gastronomie
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Schlechte Noten für die Berner Gastronomie

Jedes zweite Restaurant in der Stadt Bern musste 2003 von den Lebensmittelkontrolleuren beanstandet werden. Noch schlimmer sieht es in Berns Metzgereien und Bäckereien aus.

Verkohlte Fritteusen, Speisereste unter den Tischen oder vorgekochte Lebensmittel, die noch nach zehn Tagen unters Volk gebracht werden: Solche Dinge gehören zu den schlimmsten Entdeckungen des Berner Lebensmittelinspektors Peter Friedli. Im Jahr 2003 wurden insgesamt 562 Gastgewerbebetriebe inspiziert. 274 oder 48,8 Prozent davon mussten beanstandet werden. Trotzdem schlägt Friedli noch keinen Alarm: Die Zahlen lägen im Bereich der Vorjahre.

Die Kontrolleure sehen die Hauptgründe bei der schlechten Ausbildung der Beizer und des Personals. Oft fehle es aber schlicht am guten Willen. Noch höher ist die Beanstandungsquote in den Berner Metzgereien (51,7 Prozent) und den Bäckereien (53,7 Prozent).

«Diese Untersuchung gibt uns schon zu denken», sagt Jean-Daniel Martz, Geschäftsführer von Gastro Bern. Ein Problem seien vor allem kleine Betriebe, die ohne Patent geführt werden können. Martz: «Da fordern wir eine minimale Ausbildung in Hygienefragen, ein Mini-Wirtepatent.» Er betont aber auch, dass die komplizierten Vorschriften die Beizer oft überfordern.

Denise Schneitter/Philipp Probst

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