Schlechte Noten für Mittelmeer-Fähren
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Schlechte Noten für Mittelmeer-Fähren

Passagierfähren im Mittelmeer und zwischen den Kanarischen Inseln haben sich bei einem ADAC-Test als deutlich unsicherer erwiesen als Schiffe auf der Ostsee.

Im alljährlichen Fährentest des Autoclubs vor der Hauptreisezeit wurde bei den insgesamt 30 überprüften Schiffen sechs Mal die Note sehr gut vergeben und elf Mal die Bewertung gut, wie der ADAC am Mittwoch bei der Präsentation der Ergebnisse in Hamburg mitteilte. Zehn Schiffe bewerteten die Experten jedoch nur mit einem schwachen ausreichend. Zwei Fähren waren sogar mangelhaft und eines sehr mangelhaft.

Bei einem Vergleich der Schiffe in der Ostsee mit denen im Mittelmeer und im Verkehr zwischen den Kanarischen Insel ergibt sich laut ADAC ein deutliches Nord-Süd-Gefälle. Alle Schiffe im Norden erreichten die Noten sehr gut oder gut. Von den 22 im Süden überprüften Fähren hingegen waren nur neun sehr gut oder gut. Besonders im nationalen Verkehr zwischen den Inseln werden im Mittelmeer laut ADAC immer noch alte Schiffe mit erheblichen Mängel zugelassen. Es seien noch immer «Seelenverkäufer» unterwegs.

Besonders schlecht schnitt die «Penelope A» ab, die zwischen dem griechischen Festland und der Insel Mykonos verkehrt. Grund sind fehlende Kinderschwimmwesten, verschlossene Notausgänge und ein schlechter Gesamtzustand des Schiffes.

Testsieger wurde die 2004 gebaute Fähre «Color Fantasy» der Reederei «Color Line», die auf der Strecke von Kiel nach Oslo pendelt. Sie erfüllte die Testkriterien zu fast 100 Prozent. Weitere sechs Schiffe, die von deutschen Häfen ablegen, bekamen ebenfalls gute oder sehr gute Bewertungen.

Die ADAC-Experten wurden nach Angaben des Autoclubs bei ihren Überprüfungen an Bord teilweise massiv behindert. Oft hätten Kapitäne Gespräche abgelehnt oder den Testern Einblicke in wichtige Papiere verweigert. (dapd)

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