Studie zeigt: Schlechte Zähne, schlechterer Fussballer

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Studie zeigtSchlechte Zähne, schlechterer Fussballer

Bereits 2009 vermutete Robin van Persie: Der Grund für seine Verletzungsmisere liegt im Mund. Nun wurden die Zähne von 187 Profis untersucht. Die Ergebnisse sind erschreckend.

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Dass die Zähne der Fussball-Profis nicht die besten sind, war den Experten bewusst. Dass es sie in ihren Leistungen hemmt, lag auf der Hand. Dass es so viele sind, ist erschreckend. Und es sind Zahlen, die nicht nur die Premier League betreffen.

Ein siebenköpfiges Expertenteam hat 187 Profis aus acht verschiedenen Clubs aus England und Wales (darunter die Premier-League-Vereine Hull City, Manchester United, Southampton, Swansea City und West Ham) in den Mund geschaut. Die Probanden sind zwischen 18 und 39 Jahre alt, das Durchschnittsalter liegt bei 24.

1 von 10: Schmerzen während des Interviews

Welchen Stars die Zahnärzte in den Mund schauen durften, ist nicht bekannt. Jedoch aber, dass sich pro Club durchschnittlich 90 Prozent der Spieler einer Untersuchung und einer detaillierten Befragung stellten. Die erschreckenden Zahlen: 37 Prozent leiden an Karies, über 50 Prozent an Zahnerosionen (Abbau von Zahnschmelz), acht von zehn Spielern an einer Zahnfleischerkrankung, einer von zehn gab gar während des Interviews an, unter Schmerzen zu leiden.

«Darunter gab es auch Spieler mit Infektionen der Weisheitszähne, die sehr schmerzhaft und störend sind», wird der Londoner Zahnarzt, Professor Ian Needleman, von der AFP zitiert. Einige gaben gar an, dass sie aufgrund der Schmerzen nicht auflaufen konnten. 7 Prozent sind davon überzeugt, dass die Leistung darunter leide. Auch Schlafstörungen sind verbreitet.

Van Persie: Weisheitszähne mussten weg

Bereits in der Vergangenheit hatten diverse Premier-League-Spieler – darunter Robin van Persie (ehemals Arsenal und Manchester United, jetzt Fenerbahçe Istanbul) oder Florent Malouda (ehemals Chelsea, jetzt Delhi) – angegeben, ihre Form nach dem Entfernen der Weisheitszähne wiedergefunden zu haben. Nach einer von Verletzungen geprägten Saison hatte sich van Persie im Mai 2009 auf den Zahnarztstuhl begeben. «Mein Zahnarzt vermutet einen Zusammenhang zwischen meinen Zähnen und den ständigen Muskel-Verletzungen», sagte der Holländer damals.

Fast Dreiviertel gaben an, im letzten Jahr auf dem Zahnarztstuhl gesessen zu sein. Die wenigsten davon beim clubeigenen Doktor. Dort gehören Zahnärzte nur in seltenen Fällen der sonst gigantischen medizinischen Abteilung an. Das könnte sich nun ändern. «Die Clubs sehen allmählich ein, dass sich die Investition lohnen würde», so Needleman. Es sind Zustände, die nicht nur die Premier League betreffen. In Brasilien, Spanien und anderen Ländern wurden ähnliche Studien durchgeführt. Die Resultate sind praktisch identisch.

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