«Wolf of Wall Street»: Schlechtes Omen für Börse
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«Wolf of Wall Street»Schlechtes Omen für Börse

Immer wenn ein Film über die Wall Street ins Kino kommt, fallen die Aktienkurse in den Keller. Das haben Börsenexperten herausgefunden. Sollte man seine Aktien jetzt verkaufen?

von
ame

Die weltweiten Börsenindizes befinden sich auf so hohem Niveau wie schon seit Jahren nicht mehr und bescheren Anlegern veritable Gewinne. Die goldenen Zeiten könnten aber schon bald vorbei sein – wegen des Kinofilms «The Wolf of Wall Street».

Denn ein Blick auf die Entwicklung des S&P 500 Indexlevels kurz nach dem Abdrehen von finanzkritischen Kinofilmen zeigt: Beschäftigt sich Hollywood mit dem Finanzsystem, fallen die Aktienkurse in den Keller. Experten der Fondsgesellschaft M&G Investments sind auf dieses Phänomen aufmerksam geworden und haben in einem Blog Zahlen dazu veröffentlicht. Nach dem ersten «Wall Street»-Film im Jahr 1987 sank der S&P 500 um 23 Prozent, nach dem Dreh des zweiten Films 2009 sogar um 48 Prozent. Das Finanzdrama «Boiler Room» liess den Index im Jahr 2000 um 46 Prozent absacken.

Ergebnisse purer Zufall?

Dass Kinofilme über das Finanzsystem sich tatsächlich negativ auf Börsenkurse auswirken, glaubt ZKB-Chefökonom Anastassios Frangulidis nicht. Sie könnten aber Indikatoren sein. «Vielleicht werden in Zeiten, in denen die Börse boomt, eher Filme über das Thema Börse produziert», sagt er gegenüber 20 Minuten. Die Kurseinstürze nach dem Hoch seien dann aber nicht auf den Einfluss der Filme, sondern auf den natürlichen Verlauf der Märkte zurückzuführen.

Für Joachim Klement, Börsenexperte bei Wellershoff & Partners, sind die Kursabstürze kurz nach der Ausstrahlung der Blockbuster purer Zufall. «Es ist kaum möglich, dass alle Anleger einen Film gleichzeitig schauen und sich auch noch davon beeinflussen lassen.» Bei privaten Anlegern könne ein Einfluss auf das Verhalten an den Börsen zwar nicht ausgeschlossen werden. «Der Einfluss der privaten Anleger auf die Börsenkurse ist aber nicht genug gross, um eine solche Reaktion der Märkte auszulösen.»

Viele absurde Indizes

Es gibt aber gewisse Effekte an der Börse, die auf den ersten Blick absurd erscheinen. So werden Händler an sonnigen Tagen aktiver, weil sich das Wetter positiv auf ihre Stimmung auswirkt. Dieses Phänomen ist schon mit mehreren Studien bewiesen worden.

Auch in anderen Gebieten der Wirtschaft finden Experten skurrile Indikatoren. Berühmtestes Beispiel ist der Minirock-Index: Dieser besagt, dass kürzere Röcke ein sicheres Zeichen für einen Konjunkturaufschwung bedeuten. Genau in die entgegengesetzte Richtung zielt der Wolkenkratzer-Index, der den Bau von immer höheren Gebäuden mit einem baldigen Einbruch der Wirtschaft in Zusammenhang bringt.

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