Sonnig, wolkenlos: «Schlechtes Wetter» – Mubarak nicht vor Gericht

Aktualisiert

Sonnig, wolkenlos«Schlechtes Wetter» – Mubarak nicht vor Gericht

In Kairo scheint die Sonne. Die Temperaturen liegen bei rund 18 Grad. Trotzdem ist Hosni Mubarak nicht am Prozess gegen ihn erschienen. Dieses Mal lautete der Grund «schlechtes Wetter».

Der Prozess gegen den früheren ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak und zehn weitere Angeklagte ist am Samstag ohne den ehemaligen Staatschef fortgesetzt worden. Ein Justizbeamter sagte, Mubarak habe wegen «schlechten Wetters» nicht per Helikopter zum Gerichtsgebäude transportiert werden können.

Die Verhandlung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, weil Geheimdienstchef General Mohammed Farid al-Tohami als Zeuge befragt werden sollte.

Da in Kairo die Sonne schien, wurde vermutet, das «schlechte Wetter» sei vielleicht politischer Natur. Denn wegen «schlechten Wetters» war diese Woche auch schon Ex-Präsident Mohammed Mursi nicht vor Gericht erschienen. Und die Armee will Unruhe vor dem Verfassungsreferendum vermeiden. Die Abstimmung beginnt am Dienstag.

Mubarak ist zusammen mit seinen Söhnen Alaa und Gamal sowie Ex-Innenminister Habib al-Adli, sechs früheren Beamten des Innenministeriums und dem flüchtigen Geschäftsmann Hussein Salim angeklagt.

In dem Prozess geht es um die Tötung von mehr als 800 Demonstranten bei den Anti-Mubarak-Protesten 2011 sowie um Veruntreuung bei einem Gas-Geschäft mit Israel. Seit dem Ende seiner Untersuchungshaft lebt Mubarak in einem Kairoer Militärspital. (sda)

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