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Drama in der AntarktisSchleppnetz-Schiff geht unter - viele Tote

Beim Untergang eines südkoreanischen Fischtrawlers in der Antarktis sind wahrscheinlich 22 Seeleute ums Leben gekommen. In dem eisigen Wasser bestehe kaum noch Hoffnung, Überlebende zu finden.

Der 614 Tonnen schwere Fischtrawler «Number One Insung» ging in der Antarktis unter.

Der 614 Tonnen schwere Fischtrawler «Number One Insung» ging in der Antarktis unter.

Ein südkoreanisches Fischerboot ist in der Antarktis so schnell gesunken, dass die Mannschaft kein Notsignal absetzen konnte. Im zwei Grad kalten Wasser des Südpolarmeeres hatte die Besatzung kaum eine Chance. Mindestens 20 der 42 Menschen an Bord überlebten dennoch.

Fünf Menschen wurden tot geborgen, 17 galten als vermisst. Sie hatten kaum noch eine Überlebenschance: Das Wasser ist in den Breitengraden zwei Grad kalt.

Passagierschiff im stürmischen Meer

Ohne dicken Schutzanzug sei das höchstens zehn Minuten auszuhalten, teilte der neuseeländische Seenotrettungsdienst mit. Die Crew kam aus Südkorea, China, Indonesien, den Philippinen und Russland.

Die 57 Meter lange «No. 1 In Sung» sandte nach Angaben der Seenotrettung kein Notsignal aus. Das Schiff sei so schnell gesunken, dass die Überlebenden keine Zeit gehabt hätten, Schutzanzüge anzulegen, teilte die Behörde mit.

Die Zentrale der neuseeländischen Küstenwache, die für Rettungseinsätze in der Meergegend zuständig ist, sei erst mehr als sechs Stunden nach dem Unglück informiert worden, sagte der Sprecher der neuseeländischen Küstenwache, Ross Henderson.

Keine Hoffnung auf Überlebende

In unmittelbarer Nähe befand sich aber das Schiff «707 Hongjin», das die Überlebenden und die geborgenen Leichen an Bord nahm. Insgesamt waren fünf Schiffe an der Suchaktion beteiligt.

Nach mehrstündiger Suche fuhr die Küstenwache den Rettungseinsatz jedoch zurück, da es zunehmend unwahrscheinlich wurde, weitere Überlebende zu finden, wie der Koordinator des Rettungseinsatzes, Dave Wilson, sagte.

Das Schiff sank zwischen der Südspitze Neuseelands und dem antarktischen Festland, etwa 2700 Kilometer südöstlich von Bluff und 1850 Kilometer nördlich der US-amerikanischen Antarktis-Station McMurdo.

Die Unglücksursache sei unklar, teilte der Seenotrettungsdienst mit. Zum Zeitpunkt des Unglücks lag die Windstärke bei etwa 20 Kilometern pro Stunde, die Wellen waren etwa einen Meter hoch.

(sda)

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