Massenschlägerei : Schlieremer Wirt und Dietiker freigesprochen
Aktualisiert

Massenschlägerei Schlieremer Wirt und Dietiker freigesprochen

In Schlieren ist es vor einem Lokal zu einer Massenschlägerei unter betrunkenen Bosniern gekommen. Zwei Beteiligte der Keilerei wurden nun mangels Beweisen freigesprochen.

von
Attila Szenogrady

Es war in der Nacht auf den 5. Juli 2008, als ein aus Bosnien stammender Barbetreiber in seinem Lokal in Schlieren eine Konzertveranstaltung für Gäste aus dem Balkan durchführte. Fest steht, dass die Stimmung schon kurz nach Mitternacht sehr angespannt war. Einige der Besucher waren sehr betrunken. Darunter auch ein Kroate, der plötzlich das Mikrofon ergriff und faschistische Lieder zu singen begann. Zum grossen Ärger der bosnischen Anwesenden, die gegen die rassistisch gefärbten Text protestierten.

Massenschlägerei mit diversen Verletzten

Wenig später gingen die verfeindeten Gruppen vor dem Lokal aufeinander los. Laut Anklage nahmen mindestens sechs Personen an der Massenschlägerei teil. Auch der Wirt, der vergeblich zu schlichten versuchte und zwischen die Fronten geriet. Er zog sich eine Prellung der Halswirbelsäule zu. Als die Polizei vor Ort eintraf, waren bereits mehrere Personen zum Teil erheblich verletzt. Die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis leitete eine umfassende Strafuntersuchung ein.

Auch Barbetreiber unter Anklage

Die Ermittlungen mündeten in zwei Anklagen gegen den Barbetreiber sowie gegen einen kroatischen Hilfsarbeiter aus Dietikon. Beide Beschuldigten mussten mit bedingten Geldstrafen von 60 und 80 Tagessätzen rechnen. Sie mussten sich im letzten Jahr wegen Raufhandels vor dem Bezirksgericht Dietikon verantworten. Die Verteidiger beider Seiten forderten volle Freisprüche und stellten ihre Mandanten jeweils als Opfer der Prügelei dar. Besonders der Anwalt des Wirtes hob hervor, dass sein Klient bloss versucht habe, alles unter Kontrolle zu bringen.

Massenschlägerei beim Baseball

Umfassende Freisprüche

In umfassend schriftlich begründeten Urteilen hat das Bezirksgericht Dietikon kürzlich beide Männer freigesprochen. Dem Wirt mit Schweizer Pass wurde eine Prozessentschädigung von 5000 Franken zugesprochen. Der Mitangeschuldigte erhält 2000 Franken. Der Verlauf der Schlägerei sei von den diversen Zeugen in höchst unterschiedlicher sowie voneinander abweichender Art und Weise dargestellt worden, lautet die zentrale Stelle des Verdikts. Nach dem Grundsatz im Zweifel für den Angeklagten wurden deshalb beide Beschuldigten freigesprochen. Die Gerichtskosten wurden auf die Staatskasse genommen.

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