Aktualisiert 04.01.2013 21:36

Vierschanzentournee

Schlierenzauer gewinnt - Ammann auf Rang 25

Beim dritten Springen der Vierschanzentournee in Innsbruck gewinnt Gregor Schlierenzauer und übernimmt damit die Führung im Gesamtklassement. Ammann wird mässiger 25.

Gregor Schlierenzauer führte bei seinem Heimspringen in Innsbruck die Wende herbei. Nach einem überlegenen Tagessieg reist er als Leader zum Finale der Vierschanzentournee in Bischofshofen. Simon Ammann musste sich mit Rang 25 begnügen.

Der Lokalmatador feierte auf der Bergiselschanze seinen 44. Weltcupsieg und liess seinen Rivalen Anders Jacobsen um 23,2 Punkte hinter sich. Der Norweger, der Sieger der Springen in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen, musste sich mit Rang 7 begnügen. Jacobsen steigt am Sonntag (16.30 Uhr) mit einer Hypothek von 10,7 Zählern oder umgerechnet 6 m in den Wettkampf.

Schlierenzauer vollzog den Umschwung in zwei Akten. In ersten Umgang reagierte Österreichs Coach Alexander Pointner clever. Er liess in einer kurzen Phase mit Aufwind den Anlauf verkürzen. Der Stubaitaler segelte gleichwohl auf 131,5 m und übertraf Jacobsen, der Umgang eins im 3. Rang beendete, um 4,5 m. Mit diesem Coup war der Rückstand bereits auf unbedeutende 2,4 Zähler reduziert.

Dieser Schlag hinterliess beim Norweger offenbar Spuren. In der Reprise zeigte er seinen ersten schlechten Sprung im Rahmen der Tournee. Nach 117,5 m hockte er lange kopfschüttelnd über seinen Skiern und kaute an den Handschuhen. «Das war ein schlechter Sprung. Ich war angespannt und war zu spät dran. Das passiert beim Skispringen», sagte der 27-Jährige später.

Schlierenzauer nutzte den Steilpass. Auch im zweiten Umgang sammelte er mit 123 m am meisten Punkte. Viel wichtiger noch: Er liess sich gegenüber Jacobsen nochmals 13,1 Zähler gutschreiben, nachdem bereits Umgang eins 10,1 Punkte eingetragen hatte. Auch in der Statistik rutschte der Österreicher eine Zeile weiter nach oben. Mit seinem achten Tagessieg an einem Tourneespringen ist er in der ewigen Bestenliste die alleinige Nummer vier; Björn Wirkola (No/10), Jens Weissflog (De/10) und Janne Ahonen (Fi/9) liegen noch vor ihm. Auch für den Finnen Matti Nykänen wird das Polster immer dünner. Mit seinen 46 Weltcupsiegen dürfte er schon bald einmal als Nummer 1 abgelöst werden.

Der Kuchen ist noch nicht gegessen

Schlierenzauer betonte, dass die erfolgreiche Titelverteidigung noch nicht Tatsache sei. «Der Kuchen ist noch nicht gegessen, aber ich habe heute alles richtig gemacht», sagte er. Hält er seine Konstanz aufrecht, hat Jacobsen einen schweren Stand. Der Österreicher stand nun im fünften Springen in Serie auf dem Podest. Zudem nutzte er die Nähe zu seinem Wohnort, um sich in den eigenen vier Wänden zu erholen.

Jacobsen hat die Hoffnung auf den zweiten Tourneesieg noch nicht aufgegeben. «Es ist keineswegs vorbei. Zehn Punkte, das kann ein Sprung sein. Ich versuche den heutigen Tag zu vergessen», betonte er. Der Norweger verfügt auch über Erfahrung als Jäger. Denn bei seinem ersten Tourneesieg 2006/07 hatte er in der zweiten Hälfte des Klassikers mehr als zehn Punkte Rückstand wettgemacht.

Zu wenig frech

Simon Ammann kam in Innsbruck nicht auf Weite und fiel mit Rang 25 aus den Top Ten des Weltcupklassements. Somit zählt er heute Samstag in Bischofshofen nicht zu den Vorqualifizierten. Mit einer Weite von 117,5 Metern erreichte der Toggenburger nur den zweiten Durchgang, weil der Japaner Daiki Ito im K.o.-Duell bereits nach 113 Metern gelandet war. Die Schadensbegrenzung im Finaldurchgang fiel mit 121,5 m gering aus. Dem Toggenburger gelang eine Steigerung vom 29. auf dem 25. Platz.

«Ich war zu wenig frech», sagte Ammann. Seine Trainingsleistungen und der Probedurchgang hatten auf ein besseres Abschneiden hoffen lassen. «Ich muss das Resultat so hinnehmen. Jetzt hat die WM-Vorbereitung endgültig begonnen», meinte er lachend. Der Rahmen der Tournee ist für den vierfachen Olympiasieger nicht mehr gegeben.

Vierschanzentournee, 3. Springen in Innsbruck:

1. Gregor Schlierenzauer, 253,7

2. Kamil Stoch, 240,9

3. Anders Bardal, 235,4

4. Severein Freund, 234.4

5. Peter Prevc, 232.3

Ferner: 7. Anders Jacobsen, 230.5 25. Simon Ammann, 216,1

Gesamtklassement:

1. Gregor Schlierenzauer, 827,5

2. Anders Jacobsen, 816,5

3. Tom Hilde, 778,3

Ferner: 16. Simon Ammann, 609,2

(si)

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