26.10.2020 16:03

Appell an Bundesräte«Schliessung der Fitnesscenter wäre für viele der Todesstoss»

Beim Verband der Schweizer Sportstudios macht sich Panik breit. In einem offenen Brief an den Bundesrat sagt er, warum eine erneute Schliessung wegen Corona fatal wäre.

von
Dominic Benz

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Die Fitnesscenter in der Schweiz schlagen Alarm.

Die Fitnesscenter in der Schweiz schlagen Alarm.

KEYSTONE
Die Fitnesscenter in der Schweiz haben Angst vor dem kommenden Mittwoch. Dann will der Bundesrat über verschärftere Massnahmen gegen das Coronavirus beraten.

Die Fitnesscenter in der Schweiz haben Angst vor dem kommenden Mittwoch. Dann will der Bundesrat über verschärftere Massnahmen gegen das Coronavirus beraten.

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Wiedereroeffnung des Fitnessstudios The Planet Wellness Village am Montag, 11. Mai 2020, in Lugano. Nach dem Corona-Lockdown koennen ab heute Fitnesscenter, Geschaefte, Institutionen und weitere Einrichtungen ihren Betrieb unter Erfuellung der vom Bund verordneten Schutzkonzepte wieder aufnehmen. (KEYSTONE/Ti-Press/Elia Bianchi)

Wiedereroeffnung des Fitnessstudios The Planet Wellness Village am Montag, 11. Mai 2020, in Lugano. Nach dem Corona-Lockdown koennen ab heute Fitnesscenter, Geschaefte, Institutionen und weitere Einrichtungen ihren Betrieb unter Erfuellung der vom Bund verordneten Schutzkonzepte wieder aufnehmen. (KEYSTONE/Ti-Press/Elia Bianchi)

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Darum gehts

  • Am Mittwoch beschliesst der Bund neue Massnahmen gegen das Coronavirus.

  • Möglich ist es, dass dann schweizweit die Fitnesscenter schliessen müssen.

  • In einem offenen Brief an den Bundesrat warnt der Verband der Sportstudios vor einem solchen Schritt.

  • Laut Verband-Vizepräsident Roland Steiner wäre eine eine erneute Schliessung für viele Studios das Ende.

Die Fitnesscenter in der Schweiz haben Angst vor dem kommenden Mittwoch. Dann will der Bundesrat über verschärftere Massnahmen gegen das Coronavirus beraten. Möglich ist, dass unter anderem eine landesweite Schliessung von Fitnesscentern beschlossen wird. Schon jetzt ist das in gewissen Kantonen wie Jura, Bern, Neuenburg oder Wallis der Fall.

Für den Schweizerischen Fitness- und Gesundheitscenter-Verband (SFGV) wäre eine Schliessung «ein fataler» Fehler. Das schreiben die Verantwortlichen in einem offenen Brief an den Bundesrat und die Kantone. Die professionell geführten Fitnesscenter seien keine Spassbetriebe. «Im Gegenteil, sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Volksgesundheit», schreibt der Verband.

«Wir sind keine Hotspots»

Unterschrieben hat den Brief neben SFGV-Präsident Claude Ammand auch Vize Roland Steiner. Gegenüber 20 Minuten schlägt er Alarm: «Eine Schliessung wäre für viele Center der Todesstoss», sagt er. Die Branche laufe bereits am Anschlag – auch ohne Schliessungen. Viele Kunden hätten Angst und gingen schon jetzt nicht mehr trainieren oder verzichteten auf eine Verlängerung ihres Abos. «Wir leiden enorm», so Steiner.

Mit dem Brief hofft Steiner vor allem auf eines: «Dass der Bund sieht, dass die Fitnesscenter keine Hotspots sind und zur Verbreitung des Virus nicht beitragen.» Eine Schliessung der Studios würde die Falschen treffen, so der Vize.

Der Brief wurde laut Steiner an alle sieben Bundesräte geschickt. Bis jetzt habe man aber keine Antwort erhalten. Es sei schwierig, direkt an den Bundesrat zu gelangen. «Wir sind halt nicht die Pharmabranche.»

«Wichtige Quelle zur Stärkung des Immunsystems»

Im Schreiben betont der Verband das eigene Schutzkonzept, das man nach Vorgaben des Bundesamts für Gesundheit (BAG) und mit dem ehemaligen BAG-Mann Daniel Koch erstellt habe. Dass das Trainieren sicher sei, zeige ein aktueller Test des Konsumentenmagazins «Gesundheitstipp» bei 16 Centern: In keinem habe man Viren gefunden.

Zudem argumentiert der SFGV, dass das Kraft- und Ausdauertraining im Center für viele Menschen eine «wichtige Quelle zur Stärkung des Immunsystems» sei. «Eigentlich müssten alle Menschen in der Schweiz dazu animiert werden, ihre Muskeln zu aktivieren und zu trainieren und damit ihr Immunsystem zu stärken», heisst es weiter.

Daher würden die Gesundheits- und Fitnesscenter eine wichtige volkswirtschaftliche Aufgabe im Bereich der Gesundheitsförderung erfüllen. Die Branche erziele einen Umsatz von 1,2 Milliarden und beschäftigt 40’000 Mitarbeitende.

Sport

So schützt du dich im Training

Laut dem Schweizerischen Fitness- und Gesundheitscenter-Verband (SFGV) besteht beim Training keine Ansteckungsgefahr, wenn man sich an das erarbeitete Schutzkonzept hält. Dazu gehören diese Punkte:

1. 1,5 Meter Abstand halten. Bestimmte Geräte im Center sind daher gesperrt.

2. Alle Personen im Studio müssen sich die Hände regelmässig waschen und desinfizieren. Daher sind überall Stationen für die Desinfektion aufgestellt.

3. Reinigung der Geräte durch die Mitarbeitenden. Kunden können nach eigenem Wunsch vor Benützung des Gerätes eine Reinigung vornehmen und werden durch Hinweise entsprechend informiert.

4. Trainingsräume müssen für einen regelmässigen und ausreichenden Luftaustausch gelüftet werden (beispielsweise 4-mal täglich für ca. 10 Minuten lüften).

5. Seit 19. Oktober 2020 gilt in den Eingangs- und Garderobenräume eine Maskentragpflicht. In den Trainingsräumen ist eine Pflicht zum Tragen einer Gesichtsmaske mit den dort ausgeübten Tätigkeiten nicht zu vereinbaren. Es gilt also keine Maskentragpflicht.

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1640 Kommentare
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Pickelfrässe

27.10.2020, 13:55

Ist doch toll diese maske. Hatte noch nie Pickel. Jetz eine richtige

Carmela

27.10.2020, 12:22

Seit 8 Tagen giltet die Maskenpflicht auch in Fitnesscentren. Wenn man von aussen die Trainierenden sieht ist es erschreckend zu sehen, dass die Maskenpflicht nicht konsequent umgesetzt wird. Daher befürworte ich die Schliessung der Fitnesscentren.

Hannes

27.10.2020, 11:49

Tut mir ja sehr leid für die aber Joggen ist gratis.