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Bar in Basel«Schliessung war das letzte Mittel»

Die Caffé Bar Bücheli musste auf Weisung des Gesundheitsdepartements Basel-Stadt schliessen. Mildere Interventionen hätten nicht zum Ziel geführt, so die Behörde. Die Barbetreiber sehen sich als Sündenbock.

von
Oliver Braams
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Die Basler Steinenvorstadt gab nach einer ausgelassenen Partynacht zu reden. Die Barbetreiber und Besucher hielten sich nicht an die Abstandsregeln.

Die Basler Steinenvorstadt gab nach einer ausgelassenen Partynacht zu reden. Die Barbetreiber und Besucher hielten sich nicht an die Abstandsregeln.

Leserreporter
Am Donnerstag gab es von Seiten der Ordnungshüter zunächst noch gute Noten für den Auftakt ins Auffahrtswochenende. Im Nachhinein wurde jedoch bekannt, dass die Bücheli-Bar vom Gesundheitsdepartement Basel-Stadt per Verordnung bis auf Weiteres geschlossen wurde.

Am Donnerstag gab es von Seiten der Ordnungshüter zunächst noch gute Noten für den Auftakt ins Auffahrtswochenende. Im Nachhinein wurde jedoch bekannt, dass die Bücheli-Bar vom Gesundheitsdepartement Basel-Stadt per Verordnung bis auf Weiteres geschlossen wurde.

20 Minuten
Grund sei, dass die Bar den Aussenbereich mit Musik beschallte.

Grund sei, dass die Bar den Aussenbereich mit Musik beschallte.

Facebook/screenshot

Darum gehts

  • Eine Bar in der Steinenvorstadt wurde per Verordnung vom Gesundheitsdepartement Basel-Stadt geschlossen.
  • Die Bars der Basler Ausgehmeile sorgten für einen Party-Eklat, da die Besucher die Abstandsregeln nicht eingehalten haben.
  • Die geschlossene Bar konnte den Entscheid nicht nachvollziehen und schrieb auf Facebook, sie seien «der Sündenbock der Steinen».
  • Der Facebook-Post der Bar zur Schliessung ist mittlerweile verschwunden.
  • Die Massnahme der Schliessung ist laut Gesundheitsdepartement «das letzte Mittel», um die derzeitigen Corona-Regeln durchzusetzen.

Die Steinenvorstadt stand vergangenen Mittwoch unter Beobachtung: Nachdem dort am letzten Wochenende zu viele Menschen dicht an dicht gefeiert hatten und die Basler Ausgehmeile in die nationalen Schlagzeilen geriet, gab es am Donnerstag von Seiten der Ordnungshüter zunächst gute Noten. Im Nachhinein wurde jedoch bekannt, dass eine Bar dennoch den Bogen überspannte: Die Bücheli-Bar wurde vom Gesundheitsdepartement Basel-Stadt per Verordnung bis auf Weiteres geschlossen.

Grund sei, dass die Bar den Aussenbereich mit Musik beschallte, wie die Betreiber auf Facebook vermeldeten. Der Gastrobetrieb spielte an zwei aufeinanderfolgenden Abenden zu laute Musik ab. Bereits am Mittwoch wurde die Bar von einer Polizei-Patrouille angehalten, die Türen zu schliessen oder die Musik abzustellen.

Polizisten hätten am Donnerstagabend abermals festgestellt, dass der Aussenbereich «beschallt worden sei». Die Verantwortlichen hätten sich «uneinsichtig» gezeigt, aber die Musik abgestellt. Wegen «Verstosses gegen die Bestimmungen der COVID-19-Verordnung» verfügte das Gesundheitsdepartement schliesslich die sofortige Schliessung. Die Betreiber der Bar bezeichneten sich auf Facebook als «Sündenböcke» für den Party-Eklat in der Steinen und posteten das offizielle Schreiben der Behörde.

Post wieder gelöscht

Gemäss Facebook-Eintrag ist die Bücheli Bar am Wochenende nach der Wiedereröffnung von den Gästen überrannt worden. Die Situation sei ausser Kontrolle geraten; aber nicht nur bei ihnen, sondern in der ganzen Steinenvorstadt. Der Post wurde mittlerweile wieder gelöscht.

Von den 20 Minuten-Lesern haben nur wenige Verständnis für die Bar: «War ja klar, wenn die Bars öffnen, kommen die Leute wieder raus und wollen Spass», kommentierte ein Leser. Viele schreiben von «faulen Ausreden» von Seiten der Barbetreiber. Ein User meint etwa: «Jede Bar war von vornherein verpflichtet, für Schutzmassnahmen zu sorgen.» Zu der Schliessung sagt jemand: «Richtig so.»

Schliessung war «letztes Mittel»

Das Basler Gesundheitsdepartement kommentiert die Aussage der Bar-Betreiber nicht. Grundsätzlich sei jedoch festzuhalten, dass «eine solche Verfügung nur erfolgen kann, wenn die nötigen Fakten auf den Betrieb bezogen vorliegen und den Betroffenen entsprechend vorgelegt werden können», wie Mediensprecherin Anne Tschudin auf Anfrage sagt. «Die Schliessung ist dabei das letzte Mittel, wenn mildere Interventionen nicht zum Ziel geführt haben», so Tschudin.

Ob das Gesundheitsdepartement wegen des Facebook-Posts mit der Bar Kontakt aufgenommen hat, war von der Mediensprecherin hingegen nicht zu erfahren. Die betroffene Bar hat auf die Anfrage von 20 Minuten bis am Sonntagabend nicht reagiert. Der sanktionierte Betrieb könne gegen den Entscheid rekurrieren, wie Tschudin vom Gesundheitsdepartement sagt. Und: Die Verordnung habe so lange Gültigkeit, bis die Mängel behoben sind.

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31 Kommentare
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Totale Schliessung

25.05.2020, 14:03

Selber Schuld, abkassieren wollen sie alle, aber bei Konsequenzen sind sie immer gleich der Sündenbock. In dem Einschreiben heisst es Persönlich / Vertraulich. Der ganze Brief wurde öffentlich gepostet...

the bird

25.05.2020, 12:09

Es ist leider wie überall wo Vorgaben und Gesetze gemacht werden. 10% halten sind uneinsichtig und die anderen 90% fühlen sich deshalb manchmal wie die Idioten der Nation. Finde die Schliessung gerechtfertigt.

blume

25.05.2020, 10:40

«Schliessung war das letzte Mittel» leider ist das so // es fehlt nur noch büssen, büssen und nochmal büssen / / / gebote reichen leider nicht es braucht verbote // daran sind all die idioten schuld, aber auch koch der das ganze verharmlost oder der überhebliche bundesrat "wir können corona" (berset) im prinzip braucht es keine verbote sondern nur 2 meterabstand oder maskenpflicht und kontrollen mit büssen und nochmal büssen