Fahrtenmodell: «Schlimmer als DDR»
Aktualisiert

Fahrtenmodell«Schlimmer als DDR»

Nach dem Stücki soll das Fahrtenmodell auch auf andere Anlagen angewendet werden.Der Wirtschaftskammer BL passt das gar nicht.

von
Anna Luethi

«Im sozialistischen Musterstaat DDR wurde Erfolg belohnt – bei uns wird er ­bestraft», schreibt FDP-Landrat Christoph Buser in der Hauszeitung «Standpunkt» der Wirtschaftskammer Baselland.

Grund für seinen Ärger ist das Fahrtenmodell des Stücki-Centers. Fahren pro Jahr mehr als 1,3 Millionen Autos auf das Parking ein, werden Abgaben fällig. Buser rechnet vor: Bei zehn Prozent zu vielen Fahrten würden für die Stücki-Betreiber eine Busse von über 870  000 Franken bedeuten.

Das Fahrtenmodell entstand laut Bau- und Verkehrsdepartement in Absprache mit dem Investor. «Es ist genau das Gegenteil von Planwirtschaft, da man dem Investor die Freiheit gibt, wie die Fahrtenzahl zu regeln ist», sagt Sprecher Marc Keller zu Busers «Polemik».

Das Fahrtenmodell soll künftig bei ähnlichen Anlagen zur Verkehrsbegrenzung eingesetzt werden. Eine entsprechende Gesetzesvorlage ist beim Grossen Rat in Beratung. Die Stücki-Betreiber nennen die Vorgabe «spe­ziell». Angst vor hohen Abgaben hat Center-Manager Jan Tanner aber nicht: Trotz guter Besucherzahlen werde man die Fahrtenlimite nicht überschreiten.

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