Schlimmer Verdacht: Kinderschänder in der Uno
Aktualisiert

Schlimmer Verdacht: Kinderschänder in der Uno

Soldaten und zivile Mitarbeiter der UNO sollen sich im Sudan wiederholt an Kindern vergriffen haben. Laut Medienberichten soll ein Video existieren, das die fehlbahren UNO-Mitarbeiter entlarvt.

Der Londoner «Daily Telegraph» berichtete in seiner Online-Ausgabe in der Nacht zum Mittwoch, in der Stadt Juba im Südsudan hätten rund 20 Opfer berichtet, sie seien missbraucht worden.

Die UNO-Zentrale in New York nahm zu dem Artikel nicht Stellung. Die Vorwürfe sind auch deshalb brisant, weil sich der neue UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon auch für eine Stationierung von UNO- Soldaten in der westsudanesischen Region Darfur einsetzt. Im Südsudan sind UNO-Soldaten bereits seit Anfangs 2005 im Einsatz. Sie sollen dort ein Friedensabkommen absichern, das nach dem Ende des 21- jährigen Bürgerkrieges geschlossen wurde.

Laut «Daily Telegraph» hat es bereits kurz nach der Ankunft der Soldaten Hinweise auf einzelne Missbrauchsfälle gegeben. Das UNO-Kinderhilfswerk Unicef habe eine internen Bericht verfasst, in dem das Problem zur Sprache komme. Dennoch sei die UNO bislang nicht an die Öffentlichkeit damit gegangen. Nach Informationen der Zeitung verfügt die sudanesische Regierung zudem über Videomaterial, auf dem UNO-Mitarbeiter beim Sex mit jungen Mädchen zu sehen sein sollen.

Die in der Presse erhobenen Missbrauchsvorwürfe gegen UNO- Mitarbeiter drohen nun auch die auf Hochtouren laufenden Bemühungen der UNO um einen Einsatz in Darfur zu belasten. Ban will die Krise in der westsudanesischen Bürgerkriegsregion prioritär behandeln. Daher wird er an diesem Mittwoch seinen Sondergesandten, den Schweden Jan Eliasson, treffen. Zudem will Ban Ende Januar zum Gipfel der Afrikanischen Union (AU) in die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba reisen. Dort ist auch ein Gespräch mit dem sudanesischen Präsidenten Omar Hassan al-Baschir geplant.

Bans Vorgänger Kofi Annan hatte sich vergeblich um die Zustimmung des Sudans für die Entsendung von UNO-Friedenstruppen nach Darfur bemüht. Die Regierung in Khartum hat der UNO Einmischung in die inneren Angelegenheiten vorgeworfen.

Die UNO ist bei ihren zahlreichen Friedenseinsätzen weltweit in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder mit Missbrauchsvorwürfen gegen UNO-Soldaten konfrontiert worden. In den vergangenen zwei Jahren war das Problem besonders in der Demokratischen Republik Kongo in den Mittelpunkt gerückt, wo 17000 UNO-Soldaten stationiert sind. Die UNO ging dabei konsequent gegen Sexualtäter in den eigenen Reihen vor. Laut einer UNO-Statistik vom November haben die Vereinten Nationen seit Januar 2004 Ermittlungen wegen Missbrauchsvorwürfen gegen insgesamt 319 Mitarbeiter oder Soldaten bei UNO-Einsätzen weltweit eingeleitet.

(sda)

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