Experten besorgt: Schlittelrennen mit Bier
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Experten besorgtSchlittelrennen mit Bier

Schlitteln und Trinken: In Engelberg steigt am Wochenende die Carlsberg Schlittel-Trophy. Sucht- und Unfall-Präventionsexperten sind besorgt.

von
Matthias Giordano
Eine Sportart mit hohen Geschwindigkeiten: Schlitteln.

Eine Sportart mit hohen Geschwindigkeiten: Schlitteln.

Für den Stafettenlauf mit Schlitten werden 160 Teilnehmer erwartet. Ein scheinbar harm­loser Anlass – aber: «Bevor der Schlitten an die nächste Person im Team weitergegeben werden darf, muss am Holzstamm genagelt, an der Schnupfmaschine geschnupft und getrunken werden», so eine Mitteilung der Bergbahnen Titlis.

Bei Sucht- und Unfallpräventionsstellen sorgt der Anlass ­für Kopfschütteln. «Die Vermischung eines Sportanlasses mit Alkoholkonsum ist sehr problematisch», sagt etwa Daniel Menna, Sprecher der Beratungsstelle für Unfallverhütung. Schlitteln sei eine Sportart mit hoher Geschwindigkeit, wofür es das volle Bewusstsein brauche. Menna: «Es gab diesen Winter schon drei tödliche Schlittelunfälle.» Herbert Willmann, Leiter Fachstelle Suchtprävention Innerschweiz, bläst ins selbe Horn. «Es ist sehr ­bedenklich, dass das Weiter­geben des Schlittens mit Tabakkonsum und Alkohol gekoppelt wird.»

Peter Reinle, Sprecher der Bergbahnen Titlis, wiegelt ab: «Wir hatten noch nie einen Unfall. Zudem kann man zwischen Bier und Mineralwasser wählen.» Auch werde sofort ein­geschritten, falls jemand betrunken an den Start gehen wolle.

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