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Exote in SotschiSchlittler wird von Heimweh geplagt

Bruno Banani ist der erste Sportler aus Tonga, der an Olympischen Winterspielen teilnimmt. Der 26-Jährige vertritt das Königreich in Sotschi im Schlitteln.

Tonga ist ein Insel-Staat im Südpazifik mit etwas mehr als 100'000 Einwohnern. Das Land erstreckt sich nur auf rund 750 Quadratkilometern. Einen Eiskanal sucht man weit und breit vergeblich. Trotzdem hatten sie in Tonga die Idee, einen Schlittler zu casten. Banani setzte sich durch und erlernte die Sportart mit deutscher Unterstützung fernab seiner Heimat.

Nachdem er die Olympia-Qualifikation für Vancouver verpasst hatte, nahm er im Hinblick auf Sotschi einen weiteren Anlauf. An den letzten Weltmeisterschaften in Whistler (Ka) konnte Banani als 28. immerhin ein Dutzend Europäer hinter sich lassen. Im vergangenen Dezember nun löste er das Ticket für Sotschi.

Marketing-Gag

Getauft ist er auf den Namen Fuahea Semi. Hinter seinem Namenswechsel wird ein dreister Marketing-Gag eines gleichnamigen Unterwäscheherstellers vermutet. Möglicherweise wird Banani seine Karriere nach Sotschi beenden. Offenbar möchte er, der zuletzt jeweils neun Monate im Jahr ausserhalb seines Landes verbracht hat, nicht weiter unter Heimweh leiden.

In der olympischen Geschichte hat schon einmal ein Athlet aus Tonga für Aufsehen gesorgt: An den Sommerspielen 1996 in Atlanta holte der korpulente Superschwergewichtsboxer Paea Wolfgram sensationell Silber. Sein Bezwinger im Final war kein Geringerer als Wladimir Klitschko. (si)

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