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KniggeSchluss machen per SMS ist in Ordnung

Knigge-Präsident Hans-Michael Klein findet, eine Beziehung könne auch per SMS beendet werden. Vor allem Jüngere teilen offenbar diese Ansicht.

von
daw
Dr. Hans-Michael Klein.

Dr. Hans-Michael Klein.

«Es ist aus» – ein kurzes SMS reicht, um eine Beziehung zu beenden. Und selbst wenn man noch ein «Es tut mir leid» hinterherschickt: Dem Partner mit einer kurzen Nachricht den Laufpass zu geben, war bislang verpönt. Doch nun rüttelt ausgerechnet die deutsche Knigge-Gesellschaft, die Anstandsregeln für den deutschsprachigen Raum empfiehlt, an diesem Tabu. «Unter bestimmten Bedingungen, etwa wenn man sich nach einem Streit nicht mehr sehen mag, ist Schlussmachen per SMS oder E-Mail erlaubt», sagt der Vorsitzende Dr. Hans-Michael Klein. Die Zeit sei reif für neue Umgangsformen. «Wichtig ist nicht das Medium, sondern dass man den richtigen Ton trifft und nicht verletzend wird.»

Laut einer Studie haben schon drei Millionen Deutsche auf elektronischem Weg Schluss gemacht. Für die Schweiz gibt es keine genauen Zahlen. Das Berner Museum für Kommunikation hat jedoch in der laufenden Handy-Ausstellung knapp 15 000 Besucher gefragt, ob ein Schlussmach-SMS in Ordnung sei. Immerhin 30 Prozent der unter 25-Jährigen beantworteten die Frage mit Ja. Bei den Älteren waren es 15 Prozent.

Der elektronische Laufpass wird also langsam salonfähig. Paartherapeut Klaus Heer hält dennoch nichts davon. «Es ist wichtig, dass man menschenwürdig auseinandergeht. Mit 160 Buchstaben ist das niemals möglich.» Auch Mona Gross, die eine Liebeskummer-Praxis betreibt, sagt: «Immer mehr machen per SMS Schluss. Das finde ich feige und charakterlos. Man soll sich in die Augen schauen.» (daw/20 Minuten)

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