Under Armour: Schluss mit Stripclub-Besuchen auf Spesen
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Under ArmourSchluss mit Stripclub-Besuchen auf Spesen

Die Angestellten eines US-Sportartikelherstellers vergnügten sich jahrelang auf Firmenkosten in Stripclubs. Das Unternehmen hat jetzt reagiert.

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vro
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Beim Sportartikelhersteller Under Armour durften Führungskräfte und Mitarbeiter ihre Stripclub-Besuche lange über die Spesen abrechnen.

Beim Sportartikelhersteller Under Armour durften Führungskräfte und Mitarbeiter ihre Stripclub-Besuche lange über die Spesen abrechnen.

AP/Mark Lennihan
Damit soll nun Schluss sein.

Damit soll nun Schluss sein.

AP/Mark Schiefelbein
Das Unternehmen unter CEO Kevin Plank (im Bild rechts) hat nun reagiert. Ab sofort dürfen Stripclub-Besuche, Glücksspiele und Limousinen nicht mehr über die Firmenkreditkarte abgerechnet werden.

Das Unternehmen unter CEO Kevin Plank (im Bild rechts) hat nun reagiert. Ab sofort dürfen Stripclub-Besuche, Glücksspiele und Limousinen nicht mehr über die Firmenkreditkarte abgerechnet werden.

AP/Pablo Martinez Monsivais

Mitarbeiter des Sportartikelherstellers Under Armour haben Stripclub-Besuche, Limousinen und Glücksspiele über Spesen abgerechnet. Jahrelang. Damit soll nun Schluss sein. In einem E-Mail an die Mitarbeiter vom Februar schreibt das Unternehmen, dass die Stripclub-Besuche nicht mehr über die Firmenkreditkarte abgerechnet werden dürfen, wie das «Wall Street Journal» berichtet. Laut Insidern sei es gängige Praxis gewesen, dass Führungskräfte und Angestellte mit Sportlern oder Mitarbeitern in Stripclubs gegangen seien. Gezahlt habe oft die Firma. Bei manchen Besuchen sei sie für mehrere Hundert Dollar aufgekommen.

Die Missstände reichen laut der Zeitschrift noch weiter. Über ein Dutzend aktuelle und frühere Angestellte berichteten, dass die Stripclub-Besuche symptomatisch für das frauenerniedrigende Verhalten im Unternehmen sei. Einige sagen männlichen Führungskräften unangemessenes Verhalten gegenüber weiblichen Mitarbeitern nach. Bei Beförderungen hätten sie zudem schlechtere Chancen als ihre männlichen Kollegen. Ein Mitgründer der Firma habe ausserdem entgegen den Vorschriften mit einer Untergebenen eine Liebesbeziehung gepflegt, so ein Insider.

Go-go-Tänzerinnen an Firmenparty

An einer Firmenparty, zu der in der Regel Führungskräfte, Sportler und VIPs eingeladen waren, habe man zudem attraktive Mitarbeiterinnen teilnehmen lassen. Um den «Teich aufzustocken», wie Manager von Under Armour dies bezeichnet hätten. Im letzten Jahr hätten zudem leicht bekleidete Go-go-Tänzerinnen an der Party für Unterhaltung gesorgt.

Under Armour beschäftige insgesamt 14'ooo Angestellte, schreibt das «Wall Street Journal». Es ist nicht der einzige Sportartikelhersteller, der mit Diskriminierung von Frauen zu kämpfen hat. Auch bei Nike hatten sich schon mehrere weibliche Angestellte dagegen gewehrt. Nike hat daraufhin reagiert und versprach, die Situation zu verbesssern.

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