Aus Sicherheitsgründen – Schluss mit Whatsapp – in der Schweizer Armee wird Threema Pflicht
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Aus SicherheitsgründenSchluss mit Whatsapp – in der Schweizer Armee wird Threema Pflicht

Alle Armeeangehörige werden aufgefordert, nur noch die Schweizer Messenger-App Threema zu benutzen. Dafür hat es gleich mehrere gute Gründe.

von
Karin Leuthold
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Aus Sicherheitsgründen ist die Nutzung von Kurznachrichten-Apps wie Whatsapp, Telegram oder Signal in der Schweizer Armee verboten.

Aus Sicherheitsgründen ist die Nutzung von Kurznachrichten-Apps wie Whatsapp, Telegram oder Signal in der Schweizer Armee verboten.

Threema
Ab 2022 soll nur noch Threema benutzt werden, eine App aus einer Schweizer Firma.

Ab 2022 soll nur noch Threema benutzt werden, eine App aus einer Schweizer Firma.

Threema
Threema gibt keine Daten an die Werbebranche weiter und unterliegt nicht dem Cloud-Act-Gesetz der USA.

Threema gibt keine Daten an die Werbebranche weiter und unterliegt nicht dem Cloud-Act-Gesetz der USA.

Threema

Darum gehts

  • In der Schweizer Armee soll niemand mehr Whatsapp für dienstliche Kommunikation benutzen.

  • Die gewünschte App dafür heisst Threema.

  • Für diesen Wechsel hat die Armee gleich mehrere Gründe.

Die Schweizer Armee hat ihren Angehörigen verboten, künftig Whatsapp für dienstliche Anweisungen zu benutzen. Neu sollen sich alle – vom Fahrer über die Kader bis zum Soldaten – ausschliesslich über die kostenpflichtige Messenger-App Threema austauschen. Der Befehl an Kommandanten und Stabschefs kam Ende Dezember via Mail. Das Schreiben liegt dem «Tages-Anzeiger» vor.

Gleich mehrere Gründe führten zu diesem Entscheid – der wichtigste: die Sicherheit bei den ausgetauschten Daten. Während einige Kurznachrichten-Apps sich mit dem Verkauf von Daten an die Werbebranche finanzieren, nimmt Threema ausschliesslich über die App-Verkäufe ihre Gewinne ein. Die App kostet vier Franken.

Threema unterliegt nicht dem Cloud-Act-Gesetz der USA

Ausserdem unterstehe Threema nicht dem Cloud-Act-Gesetz wie US-Firmen, erklärt Armeesprecher Daniel Reist. Der Cloud Act verpflichtet US-Techfirmen, den Behörden in den USA auch dann Zugriff auf gespeicherte Daten zu gewährleisten, wenn die Speicherung ausserhalb des Landes erfolgt. Whatsapp gehört dem US-Konzern Meta, früher Facebook. Anders bei Threema: Der Schweizer Instant-Messaging-Dienst hat seinen Sitz in Pfäffikon SZ.

Als weiteren Grund nennt Reist die Tatsache, dass sich Threema anonym nutzen lässt, personenbezogene Daten werden nicht angezeigt. Die App sei zudem konform mit der europäischen Datenschutz-Grundverordnung und unterliege der Schweizerischen Rechtsprechung, so Armeesprecher Reist.

Für «interne» wie auch für «vertrauliche» Infos

Dazu ein weiterer Punkt: Eine der beliebtesten Funktionen bei Whatsapp – die Bildung von Gruppen – wurde bei der Armee rege genutzt. 100’000 Wehrpflichtige erhalten dienstliche Infos über den privaten Service von Whatsapp. «Der Zugführer teilt seinen Leuten am Vorabend der Übung mit, was sie in den Rucksack packen sollen, ob das Sturmgewehr mit muss und wo der Treffpunkt ist», sagt ein Kompaniekommandant dem «Tagi». Damit soll aber jetzt Schluss sein: Dienstliche Informationen sollen nicht mehr auf privaten Kanälen verschickt werden können.

Threema soll künftig für sämtliche dienstliche Kommunikation eingesetzt werden: Von Stufe «intern» bis Stufe «vertraulich» bei einigen Formationen, erklärt Reist. Die anderen Kommunikationsmittel der Armee wie Funkgeräte oder Datenleitungen werden unabhängig davon weiterbetrieben. Diese sind geschützt, können aber nicht von allen Armeeangehörigen genutzt werden, weil nicht für jeden Soldaten und für jede Soldatin ein Gerät zur Verfügung steht.

Freude beim Schwyzer Unternehmen

Die Businessversion von Threema, Threema Work, wird bisher bereits in der Bundesverwaltung verwendet – und damit auch in der Armeeverwaltung. Armeeangehörige, die die App noch nicht haben, müssen sie herunterladen, allen anderen werden die Kosten rückerstattet. Es werde via Truppenbuchhaltung abgerechnet.

Beim Schwyzer Unternehmen ist die Freude gross: «Wir fassen diese Entscheidung als Kompliment für unsere Schweizer Lösung auf», sagt Threema-Sprecher Roman Flepp. Weltweit bedient die im 2014 kreierte Firma laut eigenen Angaben zehn Millionen Nutzerinnen und Nutzer. 80 Prozent davon im deutschsprachigen Raum, Deutschland ist ihr Hauptmarkt.

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